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	<title>DG HochN-Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki.dg-hochn.de/index.php?title=Dezentrale_Beschaffung&amp;diff=25365</id>
		<title>Dezentrale Beschaffung</title>
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		<updated>2025-11-12T09:11:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;JilH: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dezentrale Beschaffungsstrukturen an Hochschulen stellen eine besondere Herausforderung für die Umsetzung nachhaltiger Beschaffung dar. Unterschiedliche Zuständigkeiten, fehlende zentrale Steuerung und uneinheitliche Informationsflüsse erschweren die Integration ökologischer und sozialer Kriterien in Vergabeprozesse. Der Artikel zeigt, wie Hochschulen trotz dezentraler Organisation durch Sensibilisierung, Wissenstransfer, Monitoring und klare Leitlinien wirksame Strukturen für eine nachhaltige Beschaffung aufbauen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dezentrale Beschaffung nachhaltig gestalten ==&lt;br /&gt;
An vielen Hochschulen ist die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen sowohl zentral als auch dezentral organisiert. Während zentrale Vergabestellen bestimmte Produktgruppen oder Dienstleistungen hochschulweit koordinieren, werden zahlreiche Einkäufe direkt in Fakultäten, Instituten oder einzelnen Verwaltungseinheiten durchgeführt. Diese dezentrale Struktur ermöglicht flexible und bedarfsgerechte Beschaffungsentscheidungen, erschwert jedoch gleichzeitig eine einheitliche strategische Ausrichtung – insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Nachhaltige Beschaffung erfordert, ökologische und soziale Kriterien systematisch in Vergabeprozesse einzubeziehen. In dezentralen Strukturen ist dies häufig mit organisatorischen und kommunikativen Herausforderungen verbunden, da Zuständigkeiten, Informationsflüsse und Entscheidungswege vielfältig und teilweise unübersichtlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herausforderungen der Dezentralität ==&lt;br /&gt;
Dezentrale Beschaffungssysteme bringen vor allem drei strukturelle Herausforderungen mit sich: Die Sensibilisierung der Mitarbeitenden, die Vermittlung von Wissen und die Sicherstellung eines wirksamen Monitorings. Die Sensibilisierung für [[HOCH-N:Nachhaltige Beschaffung|nachhaltige Beschaffung]] ist komplex, da viele verschiedene Akteur*innen an Beschaffungsprozessen beteiligt sind und nicht alle regelmäßig miteinander im Austausch stehen. Um ein gemeinsames Verständnis für die Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen zu schaffen, müssen etwa Schulungsangebote mehrfach und in unterschiedlichen Formaten kommuniziert werden. Auch die Wissensvermittlung gestaltet sich anspruchsvoll. Mitarbeitende in dezentralen Einheiten benötigen klare Informationen darüber, wie Nachhaltigkeitskriterien praktisch umgesetzt werden können, welche Gütezeichen Orientierung bieten und welche Nachweise bei Ausschreibungen gefordert werden können. Schließlich ist das Monitoring in dezentralen Strukturen besonders aufwendig. Da Beschaffungsentscheidungen an vielen Stellen getroffen werden, ist es schwierig, Daten zu Volumina, Produktgruppen oder Nachhaltigkeitskriterien systematisch zu erfassen und auszuwerten. Ohne verlässliche Datenbasis bleibt die Bewertung des Fortschritts in der nachhaltigen Beschaffung jedoch lückenhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstimmungs- und Austauschprozesse fördern ==&lt;br /&gt;
Um Nachhaltigkeit auch unter dezentralen Bedingungen wirksam zu verankern, können Abstimmungs- und Austauschprozesse zwischen verschiedenen Akteur*innen in der Hochschule gefördert werden. Eine teilweise Zentralisierung einzelner Beschaffungsbereiche oder die Bündelung gemeinsamer Beschaffungsvorhaben zwischen Fachbereichen kann Synergien schaffen, Zeit und Ressourcen sparen sowie Nachhaltigkeitsstandards vereinheitlichen. Wenn eine vollständige Zentralisierung nicht umsetzbar ist, bieten gezielte Maßnahmen zur Sensibilisierung und Qualifizierung wirksame Ansatzpunkte. Workshops, Schulungen oder Informationsmaterialien zu ökologischen und sozialen Gütekriterien fördern Wissen und Motivation. Darüber hinaus kann das Monitoring durch abgestimmte Datenerhebung verbessert werden, etwa durch gemeinsame Auswertungsinstrumente oder regelmäßige Berichterstattung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung der Leitungsebene ==&lt;br /&gt;
Die Hochschulleitung spielt eine zentrale Rolle, um nachhaltige Beschaffung institutionell zu verankern. Durch verbindliche Vorgaben, Richtlinien oder Zielvereinbarungen kann sie Orientierung schaffen und klare Rahmenbedingungen für alle Beschaffungseinheiten setzen. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass dezentrale Beschaffer*innen sich häufig verbindliche Standards wünschen, um mehr Handlungssicherheit zu gewinnen. Darüber hinaus kann die Leitungsebene die Bedeutung nachhaltiger Beschaffung hochschulweit sichtbar machen und notwendige personelle sowie zeitliche Ressourcen bereitstellen. Nachhaltigkeit wird so nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Teil der strategischen Hochschulentwicklung verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammenarbeit und Kommunikation als Erfolgsfaktoren ==&lt;br /&gt;
Dezentrale Strukturen erfordern einen kontinuierlichen Austausch zwischen zentralen und dezentralen Beschaffungsstellen, Nachhaltigkeitsbeauftragten und weiteren relevanten Akteur*innen an der Hochschule. Offene Kommunikationskanäle und regelmäßige Abstimmungen helfen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, gemeinsame Standards zu entwickeln und Erfahrungen auszutauschen. Durch Zusammenarbeit, Wissensaustausch und klare Zuständigkeiten kann nachhaltige Beschaffung auch unter dezentralen Bedingungen effektiv umgesetzt werden. Langfristig trägt dies dazu bei, ökologische und soziale Verantwortung als integralen Bestandteil des Beschaffungswesens an Hochschulen zu etablieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Weiterlesen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fairtrade Deutschland e.V. (Hrsg.). 2022. Öko-soziale Beschaffung an deutschen Hochschulen, unter https://&amp;amp;#x20;www.fairtrade-universities.de/fileadmin/user_upload/ft-unis/02_Kampagne/fairtrade_abschlussbericht_studie_oeko-soziale_beschaffung_langversion_2022.pdf [Zuletzt abgerufen am 6.01.2025].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* FEMNET e. V. &amp;amp; Fairtrade Deutschland (Hrsg.). 2024. Einkauf an Hochschulen nachhaltig gestalten Praxisleitfaden für die öko-soziale Beschaffung von Lebensmitteln und Textilien, unter: https://femnet.de/aktuelles/nachrichten/nachrichten-zu-unserer-arbeit/321-nachrichten-nachhaltiger-textileinkauf/4865-neuer-praxisleitfaden-einkauf-an-hochschulen-nachhaltig-gestalten.html [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025]&lt;br /&gt;
----&amp;lt;small&amp;gt;Diese Seite ist im Rahmen des Projekts [https://femnet.de/fuer-frauenrechte/unsere-themen/textilien-fair-beschaffen/nachhaltiger-textileinkauf-fuer-den-privatsektor/beschaffung-an-hochschulen.html Fair Wear Works] von FEMNET e.V. entstanden. Es wird gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit freundlicher Unterstützung von Fairtrade Deutschland und der Deutschen Postcode Lotterie.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:FEMNET Logo.jpg|zentriert|rahmenlos]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betrieb]] [[Kategorie:Beschaffung]] [[Kategorie:Gerechtigkeit]] [[Kategorie:Nachhaltige Entwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>JilH</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.dg-hochn.de/index.php?title=Textilien&amp;diff=25361</id>
		<title>Textilien</title>
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		<updated>2025-11-12T09:09:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;JilH: Querverlinkung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Beschaffung von Textilien bietet Hochschulen ein großes Potenzial, ökologische und soziale Verantwortung praktisch umzusetzen. Textilien werden in nahezu allen Bereichen des Hochschulbetriebs benötigt – von Arbeits- und Schutzkleidung über Wäsche bis hin zu Merchandise-Artikeln. Die Textilindustrie gilt als besonders ressourcenintensiv und birgt weltweit hohe Risiken für Mensch und Umwelt. Durch die gezielte Auswahl nachhaltig produzierter Textilien können Hochschulen zur Reduktion von Emissionen, zur Schonung natürlicher Ressourcen und zu fairen Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten beitragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachhaltige Textilbeschaffung  ==&lt;br /&gt;
Eine nachhaltige Textilbeschaffung stärkt nicht nur die ökologische Verantwortung der Hochschule, sondern trägt auch dazu bei, ihre gesellschaftliche Vorbildfunktion sichtbar zu machen und Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe im Hochschulbetrieb zu verankern. Die öko-soziale Beschaffung von Textilien stellt ein wirksames Instrument zur Erreichung der Sustainable Development Goals dar. Hochschulen haben eine erhebliche Marktmacht und können durch ihre Nachfrage nachhaltiger Textilprodukte und Service-Dienstleistungen aktiv zur fairer Konsummuster beitragen. Als Arbeits- und Studienorte zahlreicher Menschen haben sie zudem eine Strahlkraft in die Gesellschaft über die Produkte oder Dienstleistungen hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gute Gründe für nachhaltige Textilien ==&lt;br /&gt;
Für Hochschulen gibt es gute Gründe für eine Umstellung auf nachhaltige Textilien. Denn die Textil- und Bekleidungsindustrie gilt als Hochrisikobranche. Das bedeutet, dass der Herstellungsprozess entlang der gesamten Lieferkette sowohl ökologische als auch soziale Probleme mit sich bringt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) (Hrsg.). Mai 2024. Leitfaden der Bundesregierung für eine nachhaltige Textilbeschaffung der Bundesverwaltung. 3. Auflage, unter: https://www.bmz.de/resource/blob/147140/leitfaden-nachhaltige-textilbeschaffung.pdf [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die textile Lieferkette umfasst dabei sämtliche Schritte von der Rohstoffgewinnung über die Konfektionierung bis hin zur Auslieferung an den Handel. Nicht zu vergessen sind die Nutzungs- und Nachnutzungsphase, welche zum Lebenszyklus eines textilen Produktes gezählt werden. Globale Textillieferketten sind aufgrund ihrer Komplexität häufig sehr undurchsichtig.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (Hrsg.). 2024. Nachhaltige Textilien für die Freie Wohlfahrtspflege, unter: https://femnet.de/informationen/materialien-medien/broschueren-flyer/materialien-fuer-unternehmen/4707-handreichung-nachhaltige-textilien-fuer-die-wohlfahrtspflege.html [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere arbeitsintensive Produktionsschritte werden häufig in sogenannte Niedriglohnländer verlagert. Dabei ist es nur selten möglich, genau nachzuvollziehen, wo die Produkte hergestellt werden und unter welchen Arbeits- und Umweltbedingungen dies geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologische und soziale Risiken in textilen Lieferketten ==&lt;br /&gt;
Bereits bei der Gewinnung und Herstellung von Rohfasern – ganz gleich ob natürlich, halbsynthetisch oder synthetisch, werden große Mengen Wasser und viel Energie benötigt. Der Anbau von Baumwolle als natürliche Faser erfordert zudem viel Fläche und wird häufig unter Anwendung umweltschädlicher Pestizide und Düngemittel durchgeführt. Dies gefährdet nicht nur die Biodiversität, sondern auch die Gesundheit der Bäuerinnen, Bauern sowie weiterer Beschäftigter auf den Plantagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Synthetische Fasern basieren häufig auf erdölbasierten Rohstoffen, deren Herstellung mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Engagement Global. 2025. Kompass Nachhaltigkeit, unter: [https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/grundlagenwissen/risiken-in-lieferketten/bekleidung-und-textilien https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/grundlagenwissen/risiken-in-lieferketten/bekleidung-und-textilien.] [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemäß einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey &amp;amp; Company verursachte die globale Textil- und Bekleidungsindustrie im Jahr 2018 rund 2,1 Milliarden Tonnen CO2. Dies entspricht vier Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen.&amp;lt;ref&amp;gt;McKinsey &amp;amp; Company (2020). Fashion on climate, unter: https://www.mckinsey.com/%20industries/retail/our-insights/fashion-on-climate [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus den Rohfasern werden dann Garne und Stoffe gefertigt. Bei Verarbeitung und Veredelung kommt es häufig zu Wasserverschmutzungen, zum Beispiel durch chemische Bleich- und Färbemittel, die ungeklärt ins Abwasser gelangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) (2019). Soziale und ökologische Herausforderungen der globalen Textilwirtschaft, unter https://www.idos-research.de/uploads/media/DIE_Publikation_Textilwirtschaft_2019.pdf [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Energieverbrauch ist hier hoch. Die Phase der Konfektionierung ist sehr arbeitsintensiv und erfolgt größtenteils in Ländern wie Bangladesch, Indien oder Kambodscha. Schätzungsweise 75 Millionen Menschen, überwiegend Frauen, sind in Textilfabriken beschäftigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Den Arbeiter*innen ist es nicht möglich, für die eigenen Rechte einzutreten, die Vereinigungsfreiheit ist meist eingeschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;FEMNET e. V. (Hrsg.). 2019. Möglichkeiten einer ökologisch und sozial nachhaltigen öffentlichen Beschaffung, unter: https://femnet.de/download/send/22-beschaffung/98-moeglichkeiten-einer-oekologischen-sozial-nachhaltigen-beschaffung-femnet-leitfaden.html [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei besteht ein hohes Risiko für Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten, niedrige Löhne, Überstunden und geschlechtsspezifische Diskriminierung. Über lange Transportwege werden Kleidung und Textilien dann nach ihrer Fertigstellung in europäische Länder verbracht. Auch hier entstehen CO₂-Emissionen, die Umwelt und Klima belasten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; In der Nutzungsphase wirken sich Waschroutinen auf den ökologischen Fußabdruck aus, bspw. durch Mikroplastik. Am Ende ihres Lebenszyklus werden dann nur etwa ein Prozent der Textilien in der Europäischen Union wieder in den Textilkreislauf zurückgeführt. Gründe dafür sind die geringe Haltbarkeit von Textilien, die Vielfalt an Fasermischungen sowie fehlende geeignete Technologien zur Aufbereitung der Fasern. Die Mehrheit landet auf Deponien oder wird verbrannt, wodurch erneut Schadstoffe freigesetzt werden. Die Betrachtung des Produktlebenszyklus von Textilien verdeutlicht, dass Hochschulen durch die bewusste Auswahl nachhaltig produzierter Textilien aktiv zur Reduktion von Umweltbelastungen beitragen und faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette unterstützen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was nachhaltige Textilien ausmacht ==&lt;br /&gt;
Eine einheitliche Definition für nachhaltige Textilien existiert nicht. Grundsätzlich besteht jedoch Einigkeit darüber, dass ökologische, soziale und ökonomische Kriterien entlang der gesamten Lieferkette berücksichtigt werden sollten. Nachhaltige Textilien tragen zum Schutz natürlicher Ressourcen bei, sichern faire Arbeitsbedingungen und fördern wirtschaftliche Langlebigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sozialen Bereich bedeutet dies insbesondere die Wahrung grundlegender Arbeitsrechte, den Ausschluss von Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung von Arbeitsschutz und Vereinigungsfreiheit. Auch Aspekte wie Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheitsschutz und existenzsichernde Löhne sind von zentraler Bedeutung. Ökologisch nachhaltige Textilien zeichnen sich durch umweltfreundliche Rohstoffe, ressourcenschonende Produktionsverfahren und den reduzierten Einsatz von Chemikalien aus. Der Einsatz von Bio-Baumwolle oder recycelten Fasern kann einen wichtigen Beitrag leisten, sofern die Herkunft der Materialien transparent ist und andere Recyclingkreisläufe nicht beeinträchtigt werden. Darüber hinaus spielt die Nutzungsphase eine wesentliche Rolle: Langlebige, reparierbare und recycelbare Textilien senken den Ressourcenverbrauch und reduzieren Abfall. Wirtschaftlich nachhaltig sind Textilien dann, wenn ihre Qualität und Lebensdauer langfristig Kosten sparen – auch wenn der Anschaffungspreis zunächst höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vom Mehrwert einer nachhaltigen Textilbeschaffung ==&lt;br /&gt;
Die Einführung nachhaltiger Beschaffungsprozesse kann zunächst mit einem höheren Bedarf an Ressourcen, Informationsaufwand und Abstimmung einhergehen. Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass sich für diese Herausforderungen tragfähige Lösungsansätze finden lassen und bereits zahlreiche Hochschulen erfolgreich vorangehen. Im Sinne eines [[Whole Institution Approach]] wird deutlich, dass selbst kleinere Anpassungen im Beschaffungsmanagement wirksame Hebel für mehr Nachhaltigkeit darstellen und positive Impulse für andere Bereiche der Hochschule auslösen können. Eine konsequent nachhaltige Textilbeschaffung trägt somit nicht nur zur ökologischen und sozialen Verantwortung bei, sondern stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit der gesamten Institution.&lt;br /&gt;
----Diese Seite ist im Rahmen des Projekts [https://femnet.de/fuer-frauenrechte/unsere-themen/textilien-fair-beschaffen/nachhaltiger-textileinkauf-fuer-den-privatsektor/beschaffung-an-hochschulen.html Fair Wear Works] von FEMNET e.V. entstanden. Es wird gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit freundlicher Unterstützung von Fairtrade Deutschland und der Deutschen Postcode Lotterie.&lt;br /&gt;
[[Datei:FEMNET_Logo.jpg|zentriert|rahmenlos]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betrieb]] [[Kategorie:Beschaffung]] [[Kategorie:Gerechtigkeit]] [[Kategorie:Nachhaltige Entwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>JilH</name></author>
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		<id>https://wiki.dg-hochn.de/index.php?title=Textilien&amp;diff=25357</id>
		<title>Textilien</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;JilH: Kategorien hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Beschaffung von Textilien bietet Hochschulen ein großes Potenzial, ökologische und soziale Verantwortung praktisch umzusetzen. Textilien werden in nahezu allen Bereichen des Hochschulbetriebs benötigt – von Arbeits- und Schutzkleidung über Wäsche bis hin zu Merchandise-Artikeln. Die Textilindustrie gilt als besonders ressourcenintensiv und birgt weltweit hohe Risiken für Mensch und Umwelt. Durch die gezielte Auswahl nachhaltig produzierter Textilien können Hochschulen zur Reduktion von Emissionen, zur Schonung natürlicher Ressourcen und zu fairen Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten beitragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachhaltige Textilbeschaffung  ==&lt;br /&gt;
Eine nachhaltige Textilbeschaffung stärkt nicht nur die ökologische Verantwortung der Hochschule, sondern trägt auch dazu bei, ihre gesellschaftliche Vorbildfunktion sichtbar zu machen und Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe im Hochschulbetrieb zu verankern. Die öko-soziale Beschaffung von Textilien stellt ein wirksames Instrument zur Erreichung der Sustainable Development Goals dar. Hochschulen haben eine erhebliche Marktmacht und können durch ihre Nachfrage nachhaltiger Textilprodukte und Service-Dienstleistungen aktiv zur fairer Konsummuster beitragen. Als Arbeits- und Studienorte zahlreicher Menschen haben sie zudem eine Strahlkraft in die Gesellschaft über die Produkte oder Dienstleistungen hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gute Gründe für nachhaltige Textilien ==&lt;br /&gt;
Für Hochschulen gibt es gute Gründe für eine Umstellung auf nachhaltige Textilien. Denn die Textil- und Bekleidungsindustrie gilt als Hochrisikobranche. Das bedeutet, dass der Herstellungsprozess entlang der gesamten Lieferkette sowohl ökologische als auch soziale Probleme mit sich bringt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) (Hrsg.). Mai 2024. Leitfaden der Bundesregierung für eine nachhaltige Textilbeschaffung der Bundesverwaltung. 3. Auflage, unter: https://www.bmz.de/resource/blob/147140/leitfaden-nachhaltige-textilbeschaffung.pdf [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die textile Lieferkette umfasst dabei sämtliche Schritte von der Rohstoffgewinnung über die Konfektionierung bis hin zur Auslieferung an den Handel. Nicht zu vergessen sind die Nutzungs- und Nachnutzungsphase, welche zum Lebenszyklus eines textilen Produktes gezählt werden. Globale Textillieferketten sind aufgrund ihrer Komplexität häufig sehr undurchsichtig.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (Hrsg.). 2024. Nachhaltige Textilien für die Freie Wohlfahrtspflege, unter: https://femnet.de/informationen/materialien-medien/broschueren-flyer/materialien-fuer-unternehmen/4707-handreichung-nachhaltige-textilien-fuer-die-wohlfahrtspflege.html [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere arbeitsintensive Produktionsschritte werden häufig in sogenannte Niedriglohnländer verlagert. Dabei ist es nur selten möglich, genau nachzuvollziehen, wo die Produkte hergestellt werden und unter welchen Arbeits- und Umweltbedingungen dies geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologische und soziale Risiken in textilen Lieferketten ==&lt;br /&gt;
Bereits bei der Gewinnung und Herstellung von Rohfasern – ganz gleich ob natürlich, halbsynthetisch oder synthetisch, werden große Mengen Wasser und viel Energie benötigt. Der Anbau von Baumwolle als natürliche Faser erfordert zudem viel Fläche und wird häufig unter Anwendung umweltschädlicher Pestizide und Düngemittel durchgeführt. Dies gefährdet nicht nur die Biodiversität, sondern auch die Gesundheit der Bäuerinnen, Bauern sowie weiterer Beschäftigter auf den Plantagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Synthetische Fasern basieren häufig auf erdölbasierten Rohstoffen, deren Herstellung mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Engagement Global. 2025. Kompass Nachhaltigkeit, unter: [https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/grundlagenwissen/risiken-in-lieferketten/bekleidung-und-textilien https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/grundlagenwissen/risiken-in-lieferketten/bekleidung-und-textilien.] [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemäß einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey &amp;amp; Company verursachte die globale Textil- und Bekleidungsindustrie im Jahr 2018 rund 2,1 Milliarden Tonnen CO2. Dies entspricht vier Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen.&amp;lt;ref&amp;gt;McKinsey &amp;amp; Company (2020). Fashion on climate, unter: https://www.mckinsey.com/%20industries/retail/our-insights/fashion-on-climate [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus den Rohfasern werden dann Garne und Stoffe gefertigt. Bei Verarbeitung und Veredelung kommt es häufig zu Wasserverschmutzungen, zum Beispiel durch chemische Bleich- und Färbemittel, die ungeklärt ins Abwasser gelangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) (2019). Soziale und ökologische Herausforderungen der globalen Textilwirtschaft, unter https://www.idos-research.de/uploads/media/DIE_Publikation_Textilwirtschaft_2019.pdf [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Energieverbrauch ist hier hoch. Die Phase der Konfektionierung ist sehr arbeitsintensiv und erfolgt größtenteils in Ländern wie Bangladesch, Indien oder Kambodscha. Schätzungsweise 75 Millionen Menschen, überwiegend Frauen, sind in Textilfabriken beschäftigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Den Arbeiter*innen ist es nicht möglich, für die eigenen Rechte einzutreten, die Vereinigungsfreiheit ist meist eingeschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;FEMNET e. V. (Hrsg.). 2019. Möglichkeiten einer ökologisch und sozial nachhaltigen öffentlichen Beschaffung, unter: https://femnet.de/download/send/22-beschaffung/98-moeglichkeiten-einer-oekologischen-sozial-nachhaltigen-beschaffung-femnet-leitfaden.html [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei besteht ein hohes Risiko für Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten, niedrige Löhne, Überstunden und geschlechtsspezifische Diskriminierung. Über lange Transportwege werden Kleidung und Textilien dann nach ihrer Fertigstellung in europäische Länder verbracht. Auch hier entstehen CO₂-Emissionen, die Umwelt und Klima belasten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; In der Nutzungsphase wirken sich Waschroutinen auf den ökologischen Fußabdruck aus, bspw. durch Mikroplastik. Am Ende ihres Lebenszyklus werden dann nur etwa ein Prozent der Textilien in der Europäischen Union wieder in den Textilkreislauf zurückgeführt. Gründe dafür sind die geringe Haltbarkeit von Textilien, die Vielfalt an Fasermischungen sowie fehlende geeignete Technologien zur Aufbereitung der Fasern. Die Mehrheit landet auf Deponien oder wird verbrannt, wodurch erneut Schadstoffe freigesetzt werden. Die Betrachtung des Produktlebenszyklus von Textilien verdeutlicht, dass Hochschulen durch die bewusste Auswahl nachhaltig produzierter Textilien aktiv zur Reduktion von Umweltbelastungen beitragen und faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette unterstützen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was nachhaltige Textilien ausmacht ==&lt;br /&gt;
Eine einheitliche Definition für nachhaltige Textilien existiert nicht. Grundsätzlich besteht jedoch Einigkeit darüber, dass ökologische, soziale und ökonomische Kriterien entlang der gesamten Lieferkette berücksichtigt werden sollten. Nachhaltige Textilien tragen zum Schutz natürlicher Ressourcen bei, sichern faire Arbeitsbedingungen und fördern wirtschaftliche Langlebigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sozialen Bereich bedeutet dies insbesondere die Wahrung grundlegender Arbeitsrechte, den Ausschluss von Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung von Arbeitsschutz und Vereinigungsfreiheit. Auch Aspekte wie Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheitsschutz und existenzsichernde Löhne sind von zentraler Bedeutung. Ökologisch nachhaltige Textilien zeichnen sich durch umweltfreundliche Rohstoffe, ressourcenschonende Produktionsverfahren und den reduzierten Einsatz von Chemikalien aus. Der Einsatz von Bio-Baumwolle oder recycelten Fasern kann einen wichtigen Beitrag leisten, sofern die Herkunft der Materialien transparent ist und andere Recyclingkreisläufe nicht beeinträchtigt werden. Darüber hinaus spielt die Nutzungsphase eine wesentliche Rolle: Langlebige, reparierbare und recycelbare Textilien senken den Ressourcenverbrauch und reduzieren Abfall. Wirtschaftlich nachhaltig sind Textilien dann, wenn ihre Qualität und Lebensdauer langfristig Kosten sparen – auch wenn der Anschaffungspreis zunächst höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vom Mehrwert einer nachhaltigen Textilbeschaffung ==&lt;br /&gt;
Die Einführung nachhaltiger Beschaffungsprozesse kann zunächst mit einem höheren Bedarf an Ressourcen, Informationsaufwand und Abstimmung einhergehen. Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass sich für diese Herausforderungen tragfähige Lösungsansätze finden lassen und bereits zahlreiche Hochschulen erfolgreich vorangehen. Im Sinne eines &#039;&#039;Whole Institution Approach&#039;&#039; wird deutlich, dass selbst kleinere Anpassungen im Beschaffungsmanagement wirksame Hebel für mehr Nachhaltigkeit darstellen und positive Impulse für andere Bereiche der Hochschule auslösen können. Eine konsequent nachhaltige Textilbeschaffung trägt somit nicht nur zur ökologischen und sozialen Verantwortung bei, sondern stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit der gesamten Institution.&lt;br /&gt;
----Diese Seite ist im Rahmen des Projekts [https://femnet.de/fuer-frauenrechte/unsere-themen/textilien-fair-beschaffen/nachhaltiger-textileinkauf-fuer-den-privatsektor/beschaffung-an-hochschulen.html Fair Wear Works] von FEMNET e.V. entstanden. Es wird gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit freundlicher Unterstützung von Fairtrade Deutschland und der Deutschen Postcode Lotterie.&lt;br /&gt;
[[Datei:FEMNET_Logo.jpg|zentriert|rahmenlos]]&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betrieb]] [[Kategorie:Beschaffung]] [[Kategorie:Gerechtigkeit]] [[Kategorie:Nachhaltige Entwicklung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>JilH</name></author>
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		<title>Textilien</title>
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		<updated>2025-11-12T09:04:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;JilH: Die Seite wurde neu angelegt: „Die Beschaffung von Textilien bietet Hochschulen ein großes Potenzial, ökologische und soziale Verantwortung praktisch umzusetzen. Textilien werden in nahezu allen Bereichen des Hochschulbetriebs benötigt – von Arbeits- und Schutzkleidung über Wäsche bis hin zu Merchandise-Artikeln. Die Textilindustrie gilt als besonders ressourcenintensiv und birgt weltweit hohe Risiken für Mensch und Umwelt. Durch die gezielte Auswahl nachhaltig produzierter Tex…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Beschaffung von Textilien bietet Hochschulen ein großes Potenzial, ökologische und soziale Verantwortung praktisch umzusetzen. Textilien werden in nahezu allen Bereichen des Hochschulbetriebs benötigt – von Arbeits- und Schutzkleidung über Wäsche bis hin zu Merchandise-Artikeln. Die Textilindustrie gilt als besonders ressourcenintensiv und birgt weltweit hohe Risiken für Mensch und Umwelt. Durch die gezielte Auswahl nachhaltig produzierter Textilien können Hochschulen zur Reduktion von Emissionen, zur Schonung natürlicher Ressourcen und zu fairen Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten beitragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachhaltige Textilbeschaffung  ==&lt;br /&gt;
Eine nachhaltige Textilbeschaffung stärkt nicht nur die ökologische Verantwortung der Hochschule, sondern trägt auch dazu bei, ihre gesellschaftliche Vorbildfunktion sichtbar zu machen und Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe im Hochschulbetrieb zu verankern. Die öko-soziale Beschaffung von Textilien stellt ein wirksames Instrument zur Erreichung der Sustainable Development Goals dar. Hochschulen haben eine erhebliche Marktmacht und können durch ihre Nachfrage nachhaltiger Textilprodukte und Service-Dienstleistungen aktiv zur fairer Konsummuster beitragen. Als Arbeits- und Studienorte zahlreicher Menschen haben sie zudem eine Strahlkraft in die Gesellschaft über die Produkte oder Dienstleistungen hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gute Gründe für nachhaltige Textilien ==&lt;br /&gt;
Für Hochschulen gibt es gute Gründe für eine Umstellung auf nachhaltige Textilien. Denn die Textil- und Bekleidungsindustrie gilt als Hochrisikobranche. Das bedeutet, dass der Herstellungsprozess entlang der gesamten Lieferkette sowohl ökologische als auch soziale Probleme mit sich bringt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) (Hrsg.). Mai 2024. Leitfaden der Bundesregierung für eine nachhaltige Textilbeschaffung der Bundesverwaltung. 3. Auflage, unter: https://www.bmz.de/resource/blob/147140/leitfaden-nachhaltige-textilbeschaffung.pdf [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die textile Lieferkette umfasst dabei sämtliche Schritte von der Rohstoffgewinnung über die Konfektionierung bis hin zur Auslieferung an den Handel. Nicht zu vergessen sind die Nutzungs- und Nachnutzungsphase, welche zum Lebenszyklus eines textilen Produktes gezählt werden. Globale Textillieferketten sind aufgrund ihrer Komplexität häufig sehr undurchsichtig.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (Hrsg.). 2024. Nachhaltige Textilien für die Freie Wohlfahrtspflege, unter: https://femnet.de/informationen/materialien-medien/broschueren-flyer/materialien-fuer-unternehmen/4707-handreichung-nachhaltige-textilien-fuer-die-wohlfahrtspflege.html [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere arbeitsintensive Produktionsschritte werden häufig in sogenannte Niedriglohnländer verlagert. Dabei ist es nur selten möglich, genau nachzuvollziehen, wo die Produkte hergestellt werden und unter welchen Arbeits- und Umweltbedingungen dies geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologische und soziale Risiken in textilen Lieferketten ==&lt;br /&gt;
Bereits bei der Gewinnung und Herstellung von Rohfasern – ganz gleich ob natürlich, halbsynthetisch oder synthetisch, werden große Mengen Wasser und viel Energie benötigt. Der Anbau von Baumwolle als natürliche Faser erfordert zudem viel Fläche und wird häufig unter Anwendung umweltschädlicher Pestizide und Düngemittel durchgeführt. Dies gefährdet nicht nur die Biodiversität, sondern auch die Gesundheit der Bäuerinnen, Bauern sowie weiterer Beschäftigter auf den Plantagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Synthetische Fasern basieren häufig auf erdölbasierten Rohstoffen, deren Herstellung mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Engagement Global. 2025. Kompass Nachhaltigkeit, unter: [https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/grundlagenwissen/risiken-in-lieferketten/bekleidung-und-textilien https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/grundlagenwissen/risiken-in-lieferketten/bekleidung-und-textilien.] [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemäß einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey &amp;amp; Company verursachte die globale Textil- und Bekleidungsindustrie im Jahr 2018 rund 2,1 Milliarden Tonnen CO2. Dies entspricht vier Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen.&amp;lt;ref&amp;gt;McKinsey &amp;amp; Company (2020). Fashion on climate, unter: https://www.mckinsey.com/%20industries/retail/our-insights/fashion-on-climate [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus den Rohfasern werden dann Garne und Stoffe gefertigt. Bei Verarbeitung und Veredelung kommt es häufig zu Wasserverschmutzungen, zum Beispiel durch chemische Bleich- und Färbemittel, die ungeklärt ins Abwasser gelangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) (2019). Soziale und ökologische Herausforderungen der globalen Textilwirtschaft, unter https://www.idos-research.de/uploads/media/DIE_Publikation_Textilwirtschaft_2019.pdf [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Energieverbrauch ist hier hoch. Die Phase der Konfektionierung ist sehr arbeitsintensiv und erfolgt größtenteils in Ländern wie Bangladesch, Indien oder Kambodscha. Schätzungsweise 75 Millionen Menschen, überwiegend Frauen, sind in Textilfabriken beschäftigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Den Arbeiter*innen ist es nicht möglich, für die eigenen Rechte einzutreten, die Vereinigungsfreiheit ist meist eingeschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;FEMNET e. V. (Hrsg.). 2019. Möglichkeiten einer ökologisch und sozial nachhaltigen öffentlichen Beschaffung, unter: https://femnet.de/download/send/22-beschaffung/98-moeglichkeiten-einer-oekologischen-sozial-nachhaltigen-beschaffung-femnet-leitfaden.html [Zuletzt abgerufen am 11.11.2025].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei besteht ein hohes Risiko für Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten, niedrige Löhne, Überstunden und geschlechtsspezifische Diskriminierung. Über lange Transportwege werden Kleidung und Textilien dann nach ihrer Fertigstellung in europäische Länder verbracht. Auch hier entstehen CO₂-Emissionen, die Umwelt und Klima belasten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; In der Nutzungsphase wirken sich Waschroutinen auf den ökologischen Fußabdruck aus, bspw. durch Mikroplastik. Am Ende ihres Lebenszyklus werden dann nur etwa ein Prozent der Textilien in der Europäischen Union wieder in den Textilkreislauf zurückgeführt. Gründe dafür sind die geringe Haltbarkeit von Textilien, die Vielfalt an Fasermischungen sowie fehlende geeignete Technologien zur Aufbereitung der Fasern. Die Mehrheit landet auf Deponien oder wird verbrannt, wodurch erneut Schadstoffe freigesetzt werden. Die Betrachtung des Produktlebenszyklus von Textilien verdeutlicht, dass Hochschulen durch die bewusste Auswahl nachhaltig produzierter Textilien aktiv zur Reduktion von Umweltbelastungen beitragen und faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette unterstützen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was nachhaltige Textilien ausmacht ==&lt;br /&gt;
Eine einheitliche Definition für nachhaltige Textilien existiert nicht. Grundsätzlich besteht jedoch Einigkeit darüber, dass ökologische, soziale und ökonomische Kriterien entlang der gesamten Lieferkette berücksichtigt werden sollten. Nachhaltige Textilien tragen zum Schutz natürlicher Ressourcen bei, sichern faire Arbeitsbedingungen und fördern wirtschaftliche Langlebigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sozialen Bereich bedeutet dies insbesondere die Wahrung grundlegender Arbeitsrechte, den Ausschluss von Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung von Arbeitsschutz und Vereinigungsfreiheit. Auch Aspekte wie Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheitsschutz und existenzsichernde Löhne sind von zentraler Bedeutung. Ökologisch nachhaltige Textilien zeichnen sich durch umweltfreundliche Rohstoffe, ressourcenschonende Produktionsverfahren und den reduzierten Einsatz von Chemikalien aus. Der Einsatz von Bio-Baumwolle oder recycelten Fasern kann einen wichtigen Beitrag leisten, sofern die Herkunft der Materialien transparent ist und andere Recyclingkreisläufe nicht beeinträchtigt werden. Darüber hinaus spielt die Nutzungsphase eine wesentliche Rolle: Langlebige, reparierbare und recycelbare Textilien senken den Ressourcenverbrauch und reduzieren Abfall. Wirtschaftlich nachhaltig sind Textilien dann, wenn ihre Qualität und Lebensdauer langfristig Kosten sparen – auch wenn der Anschaffungspreis zunächst höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vom Mehrwert einer nachhaltigen Textilbeschaffung ==&lt;br /&gt;
Die Einführung nachhaltiger Beschaffungsprozesse kann zunächst mit einem höheren Bedarf an Ressourcen, Informationsaufwand und Abstimmung einhergehen. Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass sich für diese Herausforderungen tragfähige Lösungsansätze finden lassen und bereits zahlreiche Hochschulen erfolgreich vorangehen. Im Sinne eines &#039;&#039;Whole Institution Approach&#039;&#039; wird deutlich, dass selbst kleinere Anpassungen im Beschaffungsmanagement wirksame Hebel für mehr Nachhaltigkeit darstellen und positive Impulse für andere Bereiche der Hochschule auslösen können. Eine konsequent nachhaltige Textilbeschaffung trägt somit nicht nur zur ökologischen und sozialen Verantwortung bei, sondern stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit der gesamten Institution.&lt;br /&gt;
----Diese Seite ist im Rahmen des Projekts [https://femnet.de/fuer-frauenrechte/unsere-themen/textilien-fair-beschaffen/nachhaltiger-textileinkauf-fuer-den-privatsektor/beschaffung-an-hochschulen.html Fair Wear Works] von FEMNET e.V. entstanden. Es wird gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und mit freundlicher Unterstützung von Fairtrade Deutschland und der Deutschen Postcode Lotterie.&lt;br /&gt;
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----&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;JilH: &lt;/p&gt;
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|moti=Als studierte Politik- und Rechtswissenschaftlerin setze ich mich bei der Frauenrechtsorganisation FEMNET e. V. seit über fünf Jahren für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie ein. Im Rahmen meines Projektes Fair Wear Works begleitete ich Hochschulen auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Textilbeschaffung – für ein zukunftsfähiges Morgen.&lt;br /&gt;
|exp=BNE, soziale Nachhaltigkeit, Workshops, Transformation, Sustainable Entrepreneurship, SDGs, Nachhaltigkeitskommunikation, Nachhaltigkeitsstrategie, Moderation, Nachhaltiger Konsum, Projektmanagement&lt;br /&gt;
|thema_int=Betrieb, Soziale Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Klimaneutralität&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;JilH: Änderung 24898 von JilH (Diskussion) rückgängig gemacht.&lt;/p&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;JilH: Änderung 24905 von JilH (Diskussion) rückgängig gemacht.&lt;/p&gt;
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		<author><name>JilH</name></author>
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		<updated>2025-11-10T16:01:36Z</updated>

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|moti=Als studierte Politik- und Rechtswissenschaftlerin setze ich mich bei der Frauenrechtsorganisation bei FEMNET e. V. seit über fünf Jahren für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie ein. Im Rahmen meines Projektes Fair Wear Works begleitete ich Hochschulen auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Textilbeschaffung – für ein zukunftsfähiges Morgen.&lt;br /&gt;
|exp=BNE, soziale Nachhaltigkeit, Workshops, Transformation, Sustainable Entrepreneurship, SDGs, Nachhaltigkeitskommunikation, Nachhaltigkeitsstrategie, Moderation, Nachhaltiger Konsum, Projektmanagement&lt;br /&gt;
|thema_int=Betrieb, Soziale Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Klimaneutralität&lt;br /&gt;
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Als Projektleiterin für Nachhaltige Beschaffung bei FEMNET e. V. engagiert für eine öko-soziale Transformation an Hochschulen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>JilH</name></author>
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