Blaupause: Flächenentsiegelung

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Diese Blaupause beschreibt wie im Rahmen des Projektes KlimaPlanReal an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) eine Maßnahme zur Flächenentsiegelung geplant wurde und enthält Hinweise zur Umsetzung.


Blaupause: Flächenentsiegelung
Handlungsfelder
Forschung, Betrieb
Themenbezug
Stichworte
Flächenentsiegelung, Partizipation
Zielgruppe
Forschende, Lehrende, Studierende, Verwaltungsmitarbeitende, Hochschulleitung, Nachhaltigkeitsbeauftragte(r), Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in)
Richtung
Hochschule
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Impactrelevantes Transformationsfeld

Regenerativer Campus: Fokus Biodiversität

Nachhaltige Mobilität: Fokus Pendelmobilität

Maßnahmenbeschreibung

Die umzusetzende Maßnahme ist eine Kombination aus „Flächenentsiegelung“ und „Rückbildung von PKW-Parkplätzen (sukzessiv)“ und hat den Ursprung im KlimaPlan der OVGU des vorangegangen partizipativen Schritts des Hochschulklimarats auf Basis des Whole Institution Approachs sowie der zugehörigen ImpactBewertung der OVGU.

Wirkungscharakter

Für Evaluationszwecke können hierbei die folgenden Wirkungscharakter (anhand der Indikatoren für den Klimaimpact an Hochschulen) gewählt werden:

  • Rückbau von PKW-Parkplätzen als Push-Maßnahme zur Verringerung des Kfz-Verkehrs zum Campus
  • Schaffung gesicherter Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und E-Bikes als Pull-Maßnahme sowie zusätzlich mit Ladesäulen für E-Bikes
  • Bedachung der Fahrradboxen mit Photovoltaikanlagen zur Erhöhung der Fläche an Photovoltaikanlagen und zur Steigerung der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen
  • Schaffung von Grünflächen zur Vergrößerung naturnaher Flächen auf dem Campus und zur Förderung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen
  • Entsiegelung von Flächen zur Steigerung der positiven Umweltauswirkungen des Wirkindikators unversiegelte Flächen am Campus

Umsetzung und Übertragbarkeit

Ist-Zustand

Hilfreich für die Umsetzung der Maßnahme sind konkrete themenbezogene Datenerhebungen, Verwaltungstechnische Vorarbeiten sowie die Unterstützung der Leitungsebene. Dabei können folgende Punkte als Orientierungshilfe nützlich sein:

  • Erfassung aller versiegelten Flächen auf dem Campus (z.B. GIS-gestützte Kartierung)
  • Identifikation von Flächen mit Entsiegelungspotenzial (z.B. wenig genutzte Parkplätze)
  • Festlegung von Zielgrößen (z.B. X m² bis Jahr Y entsiegeln)
  • Rechtzeitige Einbindung relevanter Akteur*innen (u.a. Facility Management, Studierende, Verwaltung, Nachhaltigkeitsbeauftragte)

Die Basis zur Flächenentsiegelung an der OVGU bildeten die Status Quo Analyse, der KlimaPlan des Hochschulklimarats sowie dessen Impactbewertung und sind sowohl durch den Senatsbeschluss in 2023 der OVGU mit einem terminierten Treibhausgasneutralitätsziel bis 2035 als auch den Masterplan zur Freiraumgestaltung der OVGU flankierend geebnet.

Akteursanalyse

Die TransformationsAkteur*innen spielen eine entscheidene Rolle und sind unter Hilfestellung der folgenden Angaben analytisch (Power-Interest-Matrix) für ein TransformationsTeam zu wählen:

  • Verwaltungsmitarbeiterin (Medien und Kompetenzzentrum)
  • Verwaltungsmitarbeiter (Fachabteilung Sicherungsdienste und Freiflächenbewirtschaftung)
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Management Science, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Logistik und Mobiltät, Fakultät für Maschinenbau)
  • Studentin (Peace and Conflict Studies, Fakultät für Humanwissenschaften)
  • Student (Informatik, Fakultät für Naturwissenschaften)

Umsetzungschritte

Die Arbeitsphasen für einen Zeitraum von zehn Monaten zur erfolgreichen Umsetzung der Flächenentsiegelung können wie folgt definiert werden:

  • Erkundungsphase (Trafoteam-Bildung anhand Akteur*innenanalyse, Kommunikationsstrukturen, Flächenerkundung)
  • Findungsphase (Flächenidentifikation und Zieldefinition auf Basis (erweiterbarem) Ist-Zustand, Konzepterstellung)
  • Konkretisierungsphase (Einbindung Verwaltungs- und Umsetzungsexpert*innen, Feedback HS-Leitung/ -Angehörige)
  • Umsetzungsphase (Einbindung innovativer und bspw. DGNB-zertifizierter Planungsbüros, Umgestaltung einer/ mehrerer Pilotflächen)
  • Abschlussphase (Verstetigung und Wirkevaluation)

Hierbei können folgende Zwischenziele für den Transformationsprozess zur Flächenentsiegelung an Hochschulen wirkungsvoll die Basis bilden:

  1. Identifizierung geeigneter Campusflächen zur Umgestaltung
  2. Entwurf eines Neugestaltungskonzepts (intern, partizipativ, feedbackbezogen)
  3. Klärung der Verantwortlichkeiten in der Verwaltung
  4. Klärung der finanziellen Mittel, für die Umsetzung der Maßnahme
  5. Zustimmung zur Unterstützung der Umsetzung aus der Verwaltung
  6. Entwurf zur Neugestaltung der Flächen (extern, Planungsbüro)
  7. Rektorats-/ Senatsbeschluss zur Umgestaltung
  8. Ausschreibung zur Umsetzung der Neugestaltung
  9. Auswahl der Firmen für die Neugestaltung und Auftragserteilung
  10. Umgestaltung (extern, im engen Austausch mit Trafoteam)
  11. Einweihung mit dem Hinweis auf die Ursprungsidee (hier: KlimaPlan der OVGU)
  12. Verstetigung, Wirkungsevaluation und Pflege umgestalteter Grünflächen/ Infrastruktur
  13. Dokumentation über digitale interne/ externe (soziale) Medien (Newsletter, Websites)

Optional weitere methodische Empfehlungen

  • Erweiterte Nutzung agiler Changemanagement-Tools (Kanban, Scrum, usw.)
  • Einsatz von Facilitator-Team u.a. zur Koordination des Trafoteams
  • Konsequente Nutzung cloudbasierter digitaler Formate (Zoom, BBB, Miro, usw.)
  • Kombination aus Top-down und Bottom-up Maßnahmen

Rahmenbedingungen der OVGU

Rahmenbedingungen des Transferlabors

  • Laufzeit: Das Transferlabor hatte eine Laufzeit von zehn Monaten
  • Finanzen: 10.000 € Projektmittel

Rahmenbedingungen an der Hochschule

  • Standort: Hauptcampus in Magdeburg am Universitätsplatz
  • Hochschulgröße (in Vollzeitäquivalente): rund 12.833 Studierende und über 2.672 Mitarbeitende, davon 195 Professor*innen, 1.528 Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, 949 Nichtwissenschaftliche Mitarbeitende (Stand vom 31.12.2023)

Unterstützung der Hochschulleitung zur Maßnahmenumsetzung

Die Hochschulleitung unterzeichnete für den Projektantrag einen Letter of Intent, in welchem die Unterstützung zugesichert wurde. Rektor und Kanzlerin wurden konsequent neben der Auswahl der Maßnahme vor Beginn des Transferlabors und während der stetigen Transferphase informiert und in Feedbackschleifen einbezogen.

Institutionalisierung von Nachhaltigkeit & Klimaschutz

Zum Zeitpunkt der Maßnahmenumsetzung gab es sowohl ein Nachhaltigkeitsbüro und eine Senatskommission Klima. Darüberhinaus die Nachhaltigkeitsstrategie der OVGU sowie den Senatsbeschluss zur Treibhausgasneutralität der OVGU.

Weblinks

KlimaPlanReal – Homepage Universität Magdeburg

KlimaPlanReal im DGhochN Wiki

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