Hub – Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung/Handlungsempfehlungen und Best Practices

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Konzeptpapier und Handlungsempfehlungen für die Praxis

Im Rahmen der DG HochN-Hub-Reihe „Verzahnung von Internationalisierung und Nachhaltigkeit an Hochschulen“ haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Konzeptpapier“ ein Konzeptpapier mit Handlungsempfehlungen und Best Practices erarbeitet, die den derzeitigen Stand in der Diskussion wiedergeben. Diese Sammlung soll in regelmäßigem Abstand ergänzt werden. Diese vier Handlungsfelder sollen später durch weitere Handlungsfelder ergänzt werden. Sie sind / Ihr seid herzlich eingeladen, diese Sammlung mit Euren Handlungsempfehlungen oder Best Practices zu bereichern.

Zielgruppe

Diese Handlungsempfehlungen richten sich primär an folgende Akteure: International Offices, Nachhaltigkeitsbüros, Mitglieder der Hochschulleitung mit fachlich passendem Fokus sowie Fakultäts- und Studiengangsleitungen sowie interessierte Mitglieder der Hochschulgemeinschaft.


Unser Anliegen

Internationalisierung und Nachhaltigkeit zählen zu den zentralen Entwicklungsbereichen moderner Hochschulen. Beide prägen Lehr- und Lernprozesse, Forschungskooperationen, Verwaltungsstrukturen und Mobilitätspraktiken und beeinflussen damit maßgeblich die strategische Ausrichtung von Hochschulen in einer global vernetzten Welt. Zugleich entstehen durch die Verbindung dieser Themenfelder neue Möglichkeiten des institutionellen und fachlichen Austauschs, aber auch Spannungsfelder, etwa zwischen internationaler Mobilität und ökologischer Verantwortung oder zwischen globalen Partnerschaftsstrukturen und Fragen der Gerechtigkeit. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Internationalisierung so gestaltet werden kann, dass sie sowohl zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit beiträgt als auch bestehende Zielkonflikte offenlegt und bearbeitbar macht. Hochschulen stehen damit vor der Aufgabe, internationale Strategien, Programme und Kooperationen systematisch mit nachhaltigkeitsorientierten Prinzipien zu verzahnen. In der AG der Hub-Reihe "Verzahnung von Internationalisierung und Nachhaltigkeit" haben wir hierzu ein Konzeptpapier, das diese Herausforderungen aufnimmt. Es beschreibt die übergeordnete Zielsetzung einer nachhaltig ausgerichteten Internationalisierung, konkretisiert zentrale Themenschwerpunkte und formuliert Ziele, Strategievorschläge und Beispiele aus der Praxis. Auf diese Weise soll das Papier Orientierung bieten, wie Hochschulen Internationalisierung reflektiert und zukunftsfähig gestalten und gleichzeitig ihre gesellschaftliche Verantwortung stärken können. Das Konzept wird in Kürze auf Wiki publiziert und mit dieser Seite verlinkt.

Vision einer nachhaltigen Internationalisierung

Die Hochschule der Zukunft ist ein global vernetzter Lern- und Lebensraum, der Internationalisierung und Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Verwaltung fest verankert. Die Hochschule der Zukunft wird als ein global vernetzter Lern- und Lebensraum verstanden, in dem Internationalisierung und Nachhaltigkeit integrale Bestandteile von Lehre, Forschung und Verwaltung sind. Diese Hochschule agiert als Katalysator für Völkerverständigung, kulturelle Bereicherung und den interkulturellen Austausch. Studierende und Lehrende sind gleichermaßen Treiber dieses Prozesses, wobei der politische Rahmen, etwa durch Initiativen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFTR) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD 2025), unterstützend wirkt. Die Vision einer nachhaltigen Internationalisierung umfasst nicht nur den Austausch von Wissen und Perspektiven, sondern auch die Förderung der sozialen Gemeinschaft auf globaler Ebene.

Die Rolle der Hochschule wird darin bestehen, Räume zu schaffen, in denen das Lernen voneinander im Vordergrund steht. Dabei sollen neue Perspektiven entdeckt und kulturelle Vielfalt als Bereicherung erfahren werden. Der Austausch fördert nicht nur fachliche, sondern auch soziale und kulturelle Kompetenzen. Wichtig ist jedoch, dass diese Internationalisierung nicht isoliert von nachhaltigkeitsbezogenen Überlegungen erfolgt. Vielmehr wird die Hochschule der Zukunft aktiv darauf hinwirken, dass die globalen Verbindungen unter Berücksichtigung ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen vor Ort und in Partnerländern des globalen Südens (z.B. unter Berücksichtigung des ökologischen Fußabdrucks, Impact in den Gesellschaften und Erwerb von interkulturellen Kompetenzen sowie Fortschritte auf dem Weg zu einer global gerechten und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung) gestaltet werden. So kann eine nachhaltige Internationalisierung nicht nur den Wissensaustausch fördern, sondern auch die Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft weltweit stärken.


Hier finden Sie die Alpha-Version unseres Konzeptpapiers
Konzeptpapier

Konzeptpapier zur Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung an Hochschulen

Version 1 (25.06.2026)


Diese Handlungsempfehlungen sind von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Konzept-papier“ der DG HochN-Hub-Reihe „Verzahnung von Internationalisierung und Nachhaltigkeit an Hochschulen“ erarbeitet worden und geben den derzeitigen Stand unserer Diskussion wieder.

Zielgruppe

Diese Handlungsempfehlungen richten sich primär an folgende Akteure: International Offices, Nachhaltigkeitsbüros, Mitglieder der Hochschulleitung mit fachlich passendem Fokus sowie Fakultäts- und Studiengangsleitungen sowie interessierte Mitglieder der Hochschulgemeinschaft.

Kurzzusammenfassung des Papiers / Summary

Dieses Konzeptpapier dient dazu, einen Framework für die Analyse und die Abstimmung von Strategiepapieren deutscher Hochschulen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Internationalisierung bereitzustellen, mit dem Ziel, Synergien zwischen beiden Bereichen zu entwickeln und nutzbar zu machen. Es werden Möglichkeiten der Zusammenführung von Zielen und Aktivitäten aufgezeigt und Vorschläge unterbreitet, um Zielkonflikte zwischen Internationalisierung und Nachhaltigkeit zu identifizieren und aufzulösen. Somit trägt das Konzeptpapier dazu bei, die Verankerung von SDG-Zielen (u.a. 8, 10, 16, 17) in der Hochschulstrategie zu unterstützen. Es dient als ein Instrument für das strategische Nachhaltigkeitsmanagement im Handlungsfeld Governance sowie als  Orientierung für die Handlungsfelder Lehre, Forschung, Campusbetrieb und Studentisches Engagement. Die Ziele, Strategien und Good Practice-Beispiele wurden in einer Arbeitsgruppe mit Expert:innen aus verschiedenen Hochschulen entwickelt und in verschiedenen Veranstaltungen der DG HochN vorgestellt und diskutiert.

Präambel

Unser Verständnis von Internationalisierung

Einer gängigen Definition[1] und einem holistischen Verständnis folgend, beschreibt Internationalisierung an Hochschulen einen Querschnittprozess, der internationale, multikulturelle und globale Dimensionen in die Ziele und Aufgaben der Hochschulen integriert um letztendlich die Qualität von Studium, Lehre und Forschung zu erhöhen und um einen signifikanten gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Dabei ist Internationalisierung nicht mit einzelnen Maßnahmen oder einzelnen Zielen (wie zum Beispiel die Erhöhung von Studierendenmobilität ins Ausland) gleichzusetzen. Gerade die Verkürzung von Internationalisierung einzig und allein auf den Aspekt der internationalen Mobilität und den damit verbundenen CO2-Abdruck führt dazu, dass im Kontext von Internationalisierung und Nachhaltigkeit an Hochschulen der damit einhergehende Zielkonflikt fokussiert wird. So werden nicht nur zahlreiche weitere Aspekte des Internationalisierungsprozesses außer Acht gelassen, ; zugleich wird den verschiedenen Hochschultypen sowie den unterschiedlichen Schwerpunkten, die sie im Rahmen ihrer Internationalisierung setzen, nicht hinreichend Rechnung getragen.

Den vielfältigen Facetten der Internationalisierung (wie zum Beispiel der Integration von Studierenden und Personal mit international diversen Hintergründen, dem Umgang mit Sprachenvielfalt auf dem Campus, fremdsprachlicher Lehre, der gemeinsamen curricularen Entwicklung mit Partnern im Ausland, der sonstigen institutionellen Kooperation mit Hochschulen im Ausland, der Entwicklung der interkulturellen Kompetenzen von Studierenden und Personal, der internationalen Dimension von Forschung, der Studierenden- und Personalmobilität, etc.) sollte daher Rechnung getragen werden.

Verständnis von Nachhaltigkeit

Basierend auf dem Bericht der Brundtland-Kommission (WCED 1987) wird Nachhaltigkeit zunächst in einem vorwiegend anthropozentrischen Verständnis gefasst: Eine Entwicklung oder ein Zustand gilt als nachhaltig, wenn die Bedürfnisse der Menschen in der Gegenwart erfüllt werden, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse ebenfalls zu befriedigen. Dabei sind ökologische, soziale und ökonomische Aspekte zu berücksichtigen.

Demgegenüber stehen biozentrische beziehungsweise ökozentrische Perspektiven, wie sie unter anderem im lateinamerikanischen Denken und in indigen geprägten Kosmovisionen sichtbar werden. Hier wird Nachhaltigkeit als ethisch-ökologisches Gleichgewicht verstanden, das das Fortbestehen allen Lebens ermöglicht. Sie gründet auf einem relationalen Weltbild, in dem Mensch, Gemeinschaft, Natur und Kosmos als miteinander verbunden gelten und die Natur als Mitwelt mit eigener Würde und eigenen Rechten anerkannt wird (vgl. Verfassung Ecuador 2008). Damit verschiebt sich der Bezugsrahmen von der Bedürfnisbefriedigung, einem eher wachstumsorientierten und instrumentellen Naturverhältnisses hin zur Verantwortung für Lebewesen, ökologische Gemeinschaften und die Integrität der Erde. Die Earth Charter kann in diesem Sinne als ethisch-normative Ergänzung zu den SDGs gelesen werden.

Ein Fokus allein auf einen der Aspekte wird als ungenügend angesehen, beispielsweise wenn Nachhaltigkeit vor allem mit Blick auf die Finanzierung von Hochschulen erfolgt und beispielsweise durch hohe Gebühren soziale Teilhabe erschwert wird oder wenn Umweltschutzmaßnahmen durch hohe Kosten oder großen Arbeitsaufwand langfristig nicht tragbar sind.

Die nachhaltige Gestaltung von Hochschulen sollte einem gesamt-institutionellen Ansatz folgen und ist damit ein komplexer Querschnittprozess. Nachhaltigkeit an Hochschulen wirkt sich damit auf die Inhalte von Lehre, Forschung und Transfer aus, auf den Betrieb, der hinter Forschung und Lehre steckt (Gebäude, Energie, weitere Rohstoffe, Mobilität) sowie auf die Verwaltung. Darüber hinaus gewinnt an vielen Hochschulen der Bereich „Third Mission“ eine größere Rolle, also die Verflechtung von Hochschulen mit ihrer Umwelt wie umliegenden Städten, ländlichen Regionen, Unternehmen oder anderen Institutionen. In diesem Kontext dienen Hochschulen in den Handlungsfeldern Lehre, Forschung und Third Mission als Multiplikator:innen für Wissen und Kompetenzen im Kontext von Nachhaltigkeit.

Relevanz einer Verzahnung von Internationalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategien an Hochschulen

Hochschulen streben danach, international vernetzt zu bleiben und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Dieser Anspruch birgt Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeit und Internationalisierung, insbesondere im Hinblick auf Flugreisen, Energieverbrauch und Governance-Strukturen. Gleichzeitig darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Internationalisierung eine starke ökonomische Dimension hat und einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Miteinander, zur interkulturellen Verständigung und zum internationalen Dialog leistet – und damit elementar zur Förderung von Frieden und starken Institutionen im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG 16) beiträgt. Dieses Konzeptpapier fasst relevante Handlungsfelder zusammen und schlägt Lösungsansätze vor.

Vision einer nachhaltigen Internationalisierung

Die Hochschule der Zukunft ist ein global vernetzter Lern- und Lebensraum, der Internationalisierung und Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Verwaltung fest verankert. Die Hochschule der Zukunft wird als ein global vernetzter Lern- und Lebensraum verstanden, in dem Internationalisierung und Nachhaltigkeit integrale Bestandteile von Lehre, Forschung und Verwaltung sind. Diese Hochschule agiert als Katalysator für Völkerverständigung, kulturelle Bereicherung und den interkulturellen Austausch. Studierende und Lehrende sind gleichermaßen Treiber dieses Prozesses, wobei der politische Rahmen, etwa durch Initiativen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFTR) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD 2025), unterstützend wirkt. Die Vision einer nachhaltigen Internationalisierung umfasst nicht nur den Austausch von Wissen und Perspektiven, sondern auch die Förderung der sozialen Gemeinschaft auf globaler Ebene.

Die Rolle der Hochschule wird darin bestehen, Räume zu schaffen, in denen das Lernen voneinander im Vordergrund steht. Dabei sollen neue Perspektiven entdeckt und kulturelle Vielfalt als Bereicherung erfahren werden. Der Austausch fördert nicht nur fachliche, sondern auch soziale und kulturelle Kompetenzen. Wichtig ist jedoch, dass diese Internationalisierung nicht isoliert von nachhaltigkeitsbezogenen  Überlegungen erfolgt. Vielmehr wird die Hochschule der Zukunft aktiv darauf hinwirken, dass die globalen Verbindungen unter Berücksichtigung ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen vor Ort und in Partnerländern des globalen Südens (z.B. unter Berücksichtigung des ökologischen Fußabdrucks, Impact in den Gesellschaften und Erwerb von interkulturellen Kompetenzen sowie Fortschritte auf dem Weg zu einer global gerechten und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung) gestaltet werden. So kann eine nachhaltige Internationalisierung nicht nur den Wissensaustausch fördern, sondern auch die Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft weltweit stärken.

Analyse des Status Quo in der Hochschule

Wir empfehlen zur Initiierung einer Selbsteinschätzung innerhalb der Hochschule die Planung von Workshops mit Akteuren aus den oben genannten Gruppen. Zu diesem Zweck haben wir eine Matrix entwickelt, die das weite Feld der Schnittpunkte von Nachhaltigkeit und Internationalisierung zeigt und zu einer Kartierung der aktuellen und zukünftigen Aktivitäten dienen kann. Dabei wird ein Aspekt der Internationalisierung wie eine digitale Konferenz oder eine Internationale Präsenzkonferenz jeweils betrachtet, ob sie Probleme / Vorteile / Nachteile / Synergien mit ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten von Nachhaltigkeit hat. Anmerkung: Aus Übersichtsgründen begrenzen wir die Anzahl der Aspekte der Internationalisierung auf zehn Aspekte. Die Inhalte in Klammern sollen im Rahmen einer internen Bestandsaufnahme getrennt angegeben werden.

Hier finden Sie eine Liste der vier Handlungsfelder, für die wir exemplarisch konkrete Ziele, Strategievorschläge und Handlungsempfehlungen. Die Strategievorschläge und Good Practice-Beispiele finden Sie in der DG HochN-Wiki LINK: Hub – Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung/Handlungsempfehlungen und Best Practices.

Ziele einer Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung

Handlungsfeld: Governance internationaler Kooperationen

Dem Konzeptpapier liegt ein integriertes Verständnis von Internationalisierung und Nachhaltigkeit im Sinne des Whole Institution Approach zugrunde. Nachhaltige Entwicklung ist in globaler Perspektive per se international ausgerichtet und stellt für Hochschulen eine inhaltliche wie strukturelle Bereicherung dar. Zugleich sind Synergien und Spannungsfelder zwischen globaler Vernetzung, wissenschaftlicher Exzellenz, internationaler Sichtbarkeit und nachhaltigkeitsorientierter Verantwortung zu reflektieren.

Internationale Kooperationen sollten daher nicht prioritär unter Wettbewerbs- oder Rekrutierungslogiken betrachtet werden, sondern als reziproke, kontextsensible Wissenschafts- und Bildungspartnerschaften, die dadurch einen Mehrwert erhalten. Mobilität ist dabei differenziert zu bewerten: Sie kann asymmetrische Wissens- und Fachkräfteflüsse verstärken, eröffnet zugleich aber Chancen für Qualifizierung, Wissenstransfer, Rückkehrperspektiven, transnationale Netzwerke und vielfältige Impulse in den Herkunftskontexten.

Handlungsfeld: Hochschulbetrieb (Internationale Dienstreisen klimafreundlich gestalten)

Internationale Austausche sind angesichts aktueller Multi-Krisen und internationalen Spannungen wichtiger denn je. Die Frage ist nur, wie Austausche im Sinne nachhaltiger Entwicklung erfolgen können. Ein Zuwachs an mehrtägigen Summer Schools und Kurzzeitprogrammen im Ausland können nicht die Lösung für steigende Aufenthaltskosten sein. Ziel einer solchen Policy ist es, Mitarbeitende und Studierende für das Thema Nachhaltige Mobilität zu sensibilisieren und zur Entwicklung eigener Strategien anzuregen, um eine gemeinsame Vermeidung, Reduktion und Kompensation von CO2-Emissionen zu erreichen.

Handlungsfeld: Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung in der Hochschullehre

Die Internationalisierung der Curricula ist als qualitativer Entwicklungsprozess zu verstehen, der internationale, nachhaltigkeitsbezogene und globale Perspektiven systematisch in Lernziele, Inhalte, Prüfungsformate und Lehrmethoden integriert (vgl. Leask 2015).

Sie kann strukturell unterschiedlich umgesetzt werden: als ganzer Studiengang, als einzelnes Modul oder als interdisziplinäres Angebot (z.B. Service Learning).

Normativer Bezugspunkt ist eine reflektierte Global Citizenship Education (GCED), wie sie von der UNESCO als bildungsbereichsübergreifendes Konzept mit kognitiven, sozio-emotionalen und handlungsorientierten Dimensionen beschrieben wird (vgl. UNESCO 2015).

Aus dieser Dreidimensionalität ergibt sich die didaktische Notwendigkeit integrativer Lehrformate, die über rein wissensvermittelnde Arrangements hinausgehen und formale, non-formale sowie informelle Lernräume systematisch einbeziehen. Im Zentrum stehen reflexive, emotionsbezogene sowie problem- und praxisorientierte Lernsettings, die es Studierenden ermöglichen, fachliches Wissen mit diskursiver normativer Orientierung, Perspektivenwechsel und verantwortlichem Handeln zu verbinden. Um die GCED-Dimensionen kohärent einzulösen, sind Lerninhalte kollaborativ und transdisziplinär anzulegen und in einer systematischen Verknüpfung lokaler Erfahrungsräume mit globalen Problem- und Deutungszusammenhängen zu verorten.

Handlungsfeld: Internationalisierung der Studentenschaft, um Wissen über Nachhaltigkeit zu fördern und zu verbreiten

Die Förderung der internationalen Studierende als Inputgeber:innen für nachhaltigkeitsorientierte Themen ist ein geeigneter und wirksamer Weg, um die Lehr- und Lernumgebung für BNE im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung voranzutreiben. Als ein weiteres Ziel bietet sich die Erhöhung des Anteils und bessere Integration internationaler Studierender im Sinne des Triple Win als Stärkung von Employability. Ebenfalls sinnvoll erscheint uns die Erhöhung der Internationalisierungserfahrung einheimischer Studierenden durch internationale Mobilität mit Fokus auf nachhaltigkeitsorientierte Themen. Die Erhöhung der Internationalisierungserfahrung einheimischer Studierenden at home kann eine Auflösung von Zielkonflikten zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und dem Erwerb von interkulturellen und sozialen Kompetenzen unterstützen. Nicht zuletzt trägt die Einbindung in Kooperationen und in der Lehr- und Lernumgebung für BNE aus  einem globalen Kontext gerade in Anbetracht derzeitiger kriegerischer Auseinandersetzungen der dringend notwendigen Völkerverständigung und Friedensbemühungen bei.

Maßnahmen und Good Practice-Beispiele

LINK zu den Maßnahmen und Good Practice-Beispiele: Hub – Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung/Handlungsempfehlungen und Best Practices

Relevante Dokumente

DAAD (2021): Zusammenfassung zu Nachhaltigkeit als transversale Priorität in der aktuellen Erasmus+-Programmgeneration: https://eu.daad.de/programme-und-hochschulpolitik/erasmus-ab-2021/erasmusplus-green/de/78510-erasmus-green--nachhaltigkeit-im-neuen-erasmus-programm/

DAAD (2023): Internationale Studierende als Fachkräfte von morgen – Positionspapier des DAAD: https://static.daad.de/media/daad_de/pdfs_nicht_barrierefrei/der-daad/daad_2023_perspektive_fachkraefte.pdf

DAAD (2025): DAAD-Strategie 2030: https://static.daad.de/media/daad_de/der-daad/wer-wir-sind/daad_strategie2030.pdf

DAAD (2025): Die Bedeutung studienbezogener Auslandsaufenthalte im Transformationsprozess der deutschen Wirtschaft: https://eu.daad.de/medien/eu.daad.de.2016/dokumente/service/medien-und-publikationen/studien-und-auswertungen/unternehmensbefragung_2024_25_daad_iw.pdf

De Wit, H., Hunter, F., Howard, I., & Egron-Polak, E. (2015). Internationalization of Higher Education. European Parliament Policy Department: Brussels, Belgium. https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/STUD/2015/540370/IPOL_STU(2015)540370_EN.pdf

EAU (2024): Trends 2024 - European higher education institutions in times of transition: https://www.eua.eu/images/publications/Publication_PDFs/Trends_2024.pdf

IAU (2024): 6th IAU Global Survey on Internationalization: Current Trends and Future Scenarios: https://www.iau-aiu.net/IMG/pdf/2024_internationalization_survey_report_digital.pdf und hier als

KMK (2024): Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland - Strategie der Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsminister von Bund und Ländern (2024–2034): https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Themen/Hochschule/240614_interationalisierungsstrategie_hs_24-34.pdf

World Commission on Environment and Development (WCED). (1987) Our Common Future: Report of the World Commission on Environment and Development. Oxford University Press, UN-Dokument A/42/427. Kapitel 2 Absatz 1; http://www.un-documents.net/ocf-ov.htm


Zitationshinweis und Autor:innen

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen (2026). Konzeptpapier zur Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung an Hochschulen – Empfehlung der AG Konzeptpapier der Hub-Reihe Internationalisierung und Nachhaltigkeit. [Link zur DG HochN-Webseite/Dokumente und zu Wiki

An der Entwicklung des Konzeptpapiers waren beteiligt: Magdalène Lévy-Tödter, Siglinde Spuller und Vanessa Meinen (Moderation der Hub-Reihe) sowie Julia Krause, Anna Marcos, Saskia Münster, Elisabeth Sundtrup-Andresen, Ute Urban, Stefanie Wehner, Krystin Zigan.



[1]„As an outcome […] this study has revised Jane Knight’s commonly accepted working definition for internationalisation as 'the intentional process of integrating an international, intercultural or global dimension into the purpose, functions and delivery of post-secondary education, in order to enhance the quality of education and research for all students and staff, and to make a meaningful contribution to society'.“ (De Wit, H., Hunter, F., Howard, I., & Egron-Polak, E., 2015, S. 29)



Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung: Ziele, Strategien und Maßnahmen

Hier finden Sie eine Liste der vier Handlungsfelder, für die wir exemplarisch konkrete Ziele, Strategievorschläge und Handlungsempfehlungen.


Governance
Handlungsempfehlungen

Ziele

Dem Konzeptpapier liegt ein integriertes Verständnis von Internationalisierung und Nachhaltigkeit im Sinne des Whole Institution Approach zugrunde. Nachhaltige Entwicklung ist in globaler Perspektive per se international ausgerichtet und stellt für Hochschulen eine inhaltliche wie strukturelle Bereicherung dar. Zugleich sind Synergien und Spannungsfelder zwischen globaler Vernetzung, wissenschaftlicher Exzellenz, internationaler Sichtbarkeit und nachhaltigkeitsorientierter Verantwortung zu reflektieren.

Internationale Kooperationen sollten daher nicht prioritär unter Wettbewerbs- oder Rekrutierungslogiken betrachtet werden, sondern als reziproke, kontextsensible Wissenschafts- und Bildungspartnerschaften, die dadurch einen Mehrwert erhalten. Mobilität ist dabei differenziert zu bewerten: Sie kann asymmetrische Wissens- und Fachkräfteflüsse verstärken, eröffnet zugleich aber Chancen für Qualifizierung, Wissenstransfer, Rückkehrperspektiven, transnationale Netzwerke und vielfältige Impulse in den Herkunftskontexten.

Strategievorschläge

• Stärkere Integration von Nachhaltigkeitszielen in  bi- oder multilateralen Hochschulkooperationen.

• Förderung von globalen Partnerschaften mit Fokus auf (Bildungs-)Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

• Stärkere Einbeziehung von Rankings, die Nachhaltigkeitsaspekte und Performance von Hochschulen berücksichtigen, neben den klassischen  von internationalen Rankings von Hochschulen).

• Förderung von Bildungsmaßnahmen mit Blick auf Nachhaltigkeit und Internationalisierung für Mitarbeitenden und Lehrenden als Strategisches Commitment.

• Einführung von hochschulinternen Jours Fixes von  Vertreter:innen  verschiedener  Hochschulstrategieprozesse (z.B. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Internationalisierung, Familienorientierung, Diversity) zum Austausch über aktuelle Projekte.  Ziele ist die Suche nach Synergien  Teilung von Prozesswissen und -erfahrung und Zusammenarbeit bei übergreifenden Konzeptpapieren.

Best Practice

Strategieentwicklung an der FH Aachen

2022 wurde an der FH Aachen von den Studiendekanen aller 10 Fachbereiche ein gemeinsames Framework für die drei Strategiethemen Digitalisierung, Internationalisierung und Nachhaltigkeit entwickelt. Das Framework ist seitdem eine Orientierung bei der Entwicklung von Studiengängen und Curricula. Das Zentrum für Hochschuldidaktik und Qualitätsentwicklung der FH Aachen unterstützt durch Moderation und Beratung z.B. im Format Curriculumswerkstatt.

https://fhac.de/strategie - weitere Informationen zur Umsetzung auch unter https://ZHQ-Blog.fh-aachen.de



Nachhaltige internationale Mobilität
Handlungsempfehlungen

Ziele

Internationale Austausche sind angesichts aktueller Multi-Krisen und internationalen Spannungen wichtiger denn je. Die Frage ist nur, wie Austausche im Sinne nachhaltiger Entwicklung erfolgen können. Ein Zuwachs an mehrtägigen Summer Schools und Kurzzeitprogrammen im Ausland können nicht die Lösung für steigende Aufenthaltskosten sein. Ziel einer solchen Policy ist es, Mitarbeitende und Studierende für das Thema Nachhaltige Mobilität zu sensibilisieren und zur Entwicklung eigener Strategien anzuregen, um eine gemeinsame Vermeidung, Reduktion und Kompensation von CO2-Emissionen zu erreichen.

Lösungsansätze

Strategie 1: Orientierung und Transparenz schaffen

Ziel: Gemeinsames Verständnis dafür, wann und warum Dienstreisen – insbesondere Flugreisen gerechtfertigt sind.

Maßnahmen:

  • Klare Definition von essenziell vs. vermeidbar (z.B. Feldforschung, strategische Meetings)
  • Abstimmung mit Fakultäten / Dekanaten / Fachbereichen (u.a. regionale Unterschiede berücksichtigen)

Strategie 2: Klare Regeln & Leitlinien etablieren (Governance & Policy)

Ziel: Verbindliche, rechtssichere Rahmenbedingungen statt freiwilliger Einzelentscheidungen

Maßnahmen:

  • Entwicklung einer internen Dienstreisepolicy mit klaren Entscheidungskriterien klaren Kriterien und Anreizen zur Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel
  • Erstellung einer „Grünen Dienstreise-Leitlinie“ (inkl. Priorisierung von Bahn, virtuellen Meetings, Rail+Fly, Vermeidung innereuropäischer Kurzflüge)
  • Nutzung vorhandener rechtlicher Ermessensspielräume
  • Prüfung / Anpassung des Dienstreisekostengesetzes → Ermöglichung längerer, aber klimafreundlicher Reisezeiten
  • Festlegung einer Zug-Zeit-Grenze (z.B. > 12 Stunden laut Fahrplan – Flug möglich)


Best Practices:

  • https://www.uni-giessen.de/de/org/admin/stab/bfn/ressourcensparen/dienstreisen/reiserichtlinie
  • https://uol.de/reiserichtlinie

Strategie 3: Anreize & Alternativen stärken (Umsetzung im Alltag)

Ziel: Nachhaltiges Reisen zur einfachsten und attraktivsten Option machen.

Maßnahmen:

  • Anreize zur Nutzung von Bahn, Veranstaltungstickets der DG & Rail+Fly
  • Systematische Förderung von virtuellen Meetings als Standardoption
  • Klare Vorgaben zur Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel bei Dienstreisen
  • Drittmittelgebende Institutionen müssen Standards setzen, z.B. per default Klimakompensation für Reisen

Strategie 4: Monitoring, Visualisierung & Weiterentwicklung

Ziel: Wirkung sichtbar machen und kontinuierlich verbessern.

Maßnahmen:

  • Fußabdruck von Dienstreisen visualisieren (FlyingLess Tool)
  • Regelmäßige Auswertung der Reisedaten (Flüge, Bahn, virtuell)
  • Transparente Berichterstattung über Zielerreichung
  • Ableitung von Anpassungen für Richtlinien & Anreizsysteme

Best Practices

  • KARLA (Karlsruher Reallabor Nachhaltiger Klimaschutz) Klimaschonendes berufliches Reisen
  • Einrichtung eines Klimafonds an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU)


Strategie 5: Reduktion des Zielkonfliktes zwischen Internationalisierung des Studiums und ökologischer Nachhaltigkeit

Ziel: Umweltschonend Internationalisierungserfahrungen von Studierenden ermöglichen

Maßnahmen:

  • Ansatz des Internationalisierung@home fördern.
  • Förderung von Langzeitaufenthalten (z. B. 1 Semester statt 2 Wochen Summer School)
  • Fokus auf nachhaltige Mobilität (z.B. Zugreisen innerhalb Europas)
  • Einschränkung sehr kurzer, flugbasierter Programme
  • Kombination mehrerer Zwecke in einer Reise (Studium + Praktikum + Abschlussarbeit)

Best Practice:

  • RWTH Aachen: internationale Kurzaufenthalte, sofern diese Flugreisen erfordern, werden nur in Ausnahmefällen gefördert, Förderung längerer Aufenthalte



Verzahnung von Nachhaltigkeit und Internationalisierung in der Hochschullehre
Handlungsempfehlungen

Internationalisierung der Curricula und der Lehre

Die Internationalisierung der Curricula ist als qualitativer Entwicklungsprozess zu verstehen, der internationale, nachhaltigkeitsbezogene und globale Perspektiven systematisch in Lernziele, Inhalte, Prüfungsformate und Lehrmethoden integriert (vgl. Leask 2015). Normativer Bezugspunkt ist eine reflektierte Global Citizenship Education (GCED), wie sie von der UNESCO als bildungsbereichsübergreifendes Konzept mit kognitiven, sozio-emotionalen und handlungsorientierten Dimensionen beschrieben wird (vgl. UNESCO 2015).

Aus dieser Dreidimensionalität ergibt sich die didaktische Notwendigkeit integrativer Lehrformate, die über rein wissensvermittelnde Arrangements hinausgehen und formale, non-formale sowie informelle Lernräume systematisch einbeziehen. Im Zentrum stehen reflexive, emotionsbezogene sowie problem- und praxisorientierte Lernsettings, die es Studierenden ermöglichen, fachliches Wissen mit diskursiver normativer Orientierung, Perspektivenwechsel und verantwortlichem Handeln zu verbinden. Um die GCED-Dimensionen kohärent einzulösen, sind Lerninhalte kollaborativ und transdisziplinär anzulegen und in einer systematischen Verknüpfung lokaler Erfahrungsräume mit globalen Problem- und Deutungszusammenhängen zu verorten.


1 - Plurale Wissensordnungen

In internationaler Perspektive wird deutlich, dass Wissenschaft nicht als monolithisches, universal homogenes System zu verstehen ist, sondern als Gefüge pluraler Wissenschaftsordnungen. Diese Pluralität wird wissenschaftssoziologisch dadurch begründet, dass Erkenntnis (Fleck 2023, Kuhn 2012, Merton 1973) historisch und sozial situiert ist und in Macht-, Anerkennungs- und Teilhabeordnungen eingebettet bleibt. Arbeiten zur Objektivität (Daston & Galison 2024), zu erkenntnisleitenden Interessen (Habermas 2022) sowie zum impliziten Wissen (Polanyi 2009; 2015) zeigen darüber hinaus, dass wissenschaftliche Rationalität auf kulturellen Praktiken, normativen Leitbildern und nicht vollständig explizierbaren Erfahrungsbeständen beruht. Vor diesem Hintergrund erscheint die Öffnung wissenschaftlicher und curricularer Wissenszugänge für unterschiedliche epistemische Traditionen nicht lediglich normativ geboten, sondern erkenntnistheoretisch kohärent und empirisch plausibel.

• Kooperation mit Expert:innen u.a. zu interkultureller Kommunikation (mit regelmäßiger Überprüfung der Inhalte) zur Weiterentwicklung von Lehrmaterialien mit internationalen Schwerpunkten, um den Perspektivenwechsel bei Nachhaltigkeitsthemen zu fördern.

• Sensibilisierung von Lehrenden (als Querschnittsthema) über die Chancen und Grenzen von internationalen Lehrmaterialien (International Business Books) .

Best Practice (Es ist schwierig, Beispiele aus nicht-dekolonialen Kontexten zu finden)

o  Charta zur Forschungszusammenarbeit zwischen Afrika und dem Globalen Norden

Die „Africa Charter for Transformative Research Collaborations“ wurde vom Perivoli Africa Research Centre an der Universität Bristol in Zusammenarbeit mit der Universität Kapstadt und der Universität Südafrika im Dialog mit Hochschul- und Forschungsakteuren aus Europa, Nordamerika und anderen Teilen der Welt erarbeitet. Die Charta formuliert Schlüsselprinzipien, um die vielschichtigen Machtungleichgewichte in Forschungskooperationen zwischen Afrika und dem Globalen Norden in allen Wissenschaftsdisziplinen auszugleichen. [1]https://www.hochschulnetzwerk-glopart.de/materialien/charta-zur-forschungszusammenarbeit-zwischen-afrika-und-dem-globalen-norden


2 - Disziplinär verankert - transdisziplinär gerahmt

Forschung zur nachhaltigkeitsorientierten Hochschulbildung zeigt, dass entsprechende Lernziele insbesondere dann wirksam werden, wenn sie disziplinär verankert und zugleich transdisziplinär gerahmt sind (Barth et al., 2021; Wiek et al., 2011).

Best Practices

  • Fachkonferenzen für Interdisziplinäre Bildung für nachhaltige Entwicklung (IBNE) Die Dokumentationen der Fachkonferenzen für Interdisziplinäre Bildung für nachhaltige Entwicklung (IBNE) an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm bündeln maßgebliche Beiträge über innovative, praxisorientierte Konzepte, Methoden und Modelle inter- und transdisziplinärer Hochschullehre, die reale gesellschaftliche Herausforderungen adressieren. Davon werden einige mit internationalen Partnern durchgeführt.


3 - Sprache

Sprachlich umfasst Internationalisierung sowohl englischsprachige und mehrsprachige Lehrangebote als auch eine bewusste didaktische Reflexion von Sprache als Macht-, Zugangs- und Wissensressource in internationalen Lernsettings. Studien zur English-Medium Instruction weisen darauf hin, dass ungeprüfte Anglisierung soziale Selektivität und epistemische Hierarchien verstärken kann (vgl. Macaro et al. 2018).

Best Practices

·  Global Citizenship Certificate (GCC)

Die Global Citizenship Certificate (GCC)-Initiative an der Technischen Universität Dresden ist ein institutionell getragenes Qualifizierungs- und Anerkennungsformat für Studierende, Promovierende und Austauschstudierende, das interkulturelle, global-vernetzte Kompetenzen sowie lokal-globale Engagementleistungen sichtbar macht und zertifiziert. Dabei wird besonderer Wert auf einen inklusiven Umgang mit Sprache gelegt: “To involve all participants, the GCC events will be conducted at a multilingual level in German and English, complemented by additional languages of the participants. We embrace a diversity of cultures and languages, and are ready to explore new ways of communication with you.” [5]https://tu-dresden.de/internationales/profil/tud-global-citizenship-certificate

·  Konzept einer kohärenten, mehrsprachigen Lernarchitektur für ein transnationales Seminar

Das beim Higher Education Summit 2025 präsentierte Konzept beschreibt ein kooperatives Seminar zwischen Uruguay und Deutschland, das formale, non-formale und informelle Lernräume in ein systematisches multilingual ausgerichtetes Lehrdesign integriert. Mangels gemeinsamer Fremdsprache der Studierenden erfolgte die Kommunikation über mobile Übersetzungstools, während die Projektergebnisse durchgängig bilingual konzipiert wurden. https://www.higher-education-summit.com/resources-2025


4 - Normative Rahmungen

Eng damit verbunden ist die zunehmende Betonung eines Ethik- und Wertebezugs in der Internationalisierung der Hochschullehre. Neuere bildungspolitische und wissenschaftliche Debatten heben hervor, dass technische und instrumentelle Nachhaltigkeitskonzepte allein nicht ausreichen, um Studierende auf komplexe globale Transformationsprozesse vorzubereiten. Vielmehr bedarf es normativer Rahmungen. In diesem Sinne versteht die UNESCO Bildung ausdrücklich als normativ gerahmte gesellschaftliche Praxis, in der Wertefragen integraler Bestandteil curricularer Gestaltung und internationaler Lehr-/Lernsettings sind (UNESCO 2023). UNESCO. (2023). Recommendation on education for peace, human rights and sustainable development. Paris: UNESCO.

Best Practice

·  Earth Charter

Als Ergebnis eines langjährigen, weltweit angelegten partizipativen Konsultations- und Dialogprozesses verfolgt die “Earth Charter” das Ziel, einen gemeinsamen ethischen Bezugsrahmen zu schaffen, der Individuen, Bildungseinrichtungen, Organisationen und politische Akteure zur Verantwortung für die Bewahrung der Erde und das Wohlergehen gegenwärtiger und zukünftiger Generationen befähigt. Die Webseite stellt viele Ressourcen bereit. [6]https://earthcharter.org/read-the-earth-charter/


5 - Digitale und virtuelle Austauschformate

Digitale und virtuelle Austauschformate wie Collaborative Online International Learning (COIL) ermöglichen eine ressourcenschonende Internationalisierung der Hochschullehre und zeigen in umfangreichen Evaluationsstudien positive Effekte auf die Entwicklung interkultureller Kompetenz und systemischen Denkens, wodurch sie zu erhöhter Teilhabe- und Chancengerechtigkeit beitragen.

Best Practice

· BeCOIL

Berlin Universities' Joint Project on Collaborative Online International Learning. “BeCOIL fördert das innovative COIL-Konzept bei Lehrenden und bietet ihnen die notwendige Unterstützung, um einen COIL-Kurs zu planen und anzubieten.“ [7]https://becoil.de/

·  Weitere Plattformen

· COIL Connect [8]https://coilconnect.org/ oder https://coil.suny.edu/

·  Cross-boundary collaboration with COIL (European Association for International Education (EAIE)). [9]https://www.eaie.org/resource/cross-boundary-collaboration-coil.html

· Living Labs

Beispiel: Die ARQUS European University Alliance Living Labs sind offene, interdisziplinäre Räume der Zusammenarbeit und Co-Creation, in denen Studierende, Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und externe Stakeholder gemeinsam auf komplexe gesellschaftliche Herausforderungen reagieren, Synergien zwischen Bildung, Forschung und Innovation nutzen und kreative, praxisnahe Lösungen entwickeln. [10]https://arqus-alliance.eu/our-communities/arqus-living-labs/

·  Global Challenge Lab

Das Global Challenge Lab verknüpft internationale Nachhaltigkeitsprobleme mit problem- und handlungsorientierten Lehrformaten, in denen Studierende reale globale Herausforderungen in interdisziplinären Teams bearbeiten. Studierende werden explizit als Akteur:innen gesellschaftlicher Transformation adressiert und arbeiten häufig mit internationalen Partnerinstitutionen zusammen. Innovative virtual program presented in collaboration with Tsinghua University’s x-lab in Beijing and the Technical University of Munich. [11]https://www.imperialenterpriselab.com/programmes/global-challenge-lab/

· Projekt Global Innovation for Sustainable Futures

In dem vom DAAD geförderten Projekt „Global Innovation for Sustainable Futures“ verknüpft die Hochschule Trier die drei Themen Internationalisierung, Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung, indem sie beispielsweise internationale SDG-Projekte im Blended Mobility Format sowie eine Zertifikatsfortbildungsreihe für Lehrende zum Thema „Internationale Lehre für Nachhaltigkeit“ entwickelt hat.


6 - Kooperationen mit internationalen Organisationen

Internationale Kooperationen wirken als strukturelle Brücken zwischen Hochschullehre, globalen Diskursen und transnationalen Praxisfeldern. Ihr Ziel ist nicht Repräsentation, sondern ko-kreative Wissensproduktion sowie die kritische Weiterentwicklung von Lehr- und Governance-Ansätzen im Sinne nachhaltiger Internationalisierung. Konzepte und Best Practices werden dabei international gespiegelt, kontextsensibel validiert und weiterentwickelt, sodass Global Citizenship Education (GCED) nicht nur rezipiert, sondern aktiv kontextualisiert und transformiert wird.

Best Practices

·  Higher Education and Sustainable Development (HESD) der International Association of Universities

Globales Netzwerk zur Verankerung von Nachhaltigkeit in Hochschulen. https://iau.global/

·  Copernicus Alliance

Die Copernicus Alliance ist ein europäisches Hochschulnetzwerk, das Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in Lehre, Forschung und institutionelle Governance von Hochschulen verankert und den hochschulübergreifenden Austausch zu transformativen Bildungsansätzen fördert. https://www.copernicus-alliance.org/

·  ENLIGHT Green Network

As higher education institutions, the ENLIGHT partners act as regional, national, and global innovators preparing society for necessary transformation through appropriate governance, research, education and transfer activities, as well as sustainable operations and facilities. [12]https://enlight-eu.org/university-about-us/sustainability


7 - Zertifizierung

Zertifizierungs- und Anerkennungsformate fungieren als Anreiz- und Qualitätssicherungsinstrumente, um nachhaltige Internationalisierung in Lehre und Curriculum institutionell zu verankern; in diesem Zusammenhang gewinnen Micro-Credentials besondere Bedeutung. Als kurze, formal akkreditierte akademische Lernangebote innerhalb von Bachelor- oder Masterstudiengängen vermitteln sie spezifische Kompetenzen und schließen mit einem Zertifikat sowie international anerkannten Leistungspunkten ab, die lebenslanges Lernen fördern, institutions- und länderübergreifend anerkannt sind und sich flexibel zur beruflichen Weiterqualifizierung oder Spezialisierung kombinieren lassen.

Best Practices

Uni Passau – Erweiterungsfach BNE für Lehramt (45 ECTS)

Ab WS können Lehramtsstudierende das Erweiterungsfach BNE studieren. https://www.zlf.uni-passau.de/foren/bne-forum

· Una Europa – Micro-Credential in Sustainability (10 ECTS)

Ein europäisches, interdisziplinäres Nachhaltigkeits-Micro-Credential, das Studierende befähigt, Nachhaltigkeitsprobleme aus ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Perspektiven zu analysieren und in globalen Zusammenhängen zu denken. Der Abschluss wird von der Universität Helsinki im Rahmen der Una Europa-Allianz vergeben und ist mit 10 ECTS kreditierbar. https://www.una-europa.eu/study/microcredential-sustainability

· Aurora Universities – Micro-Credential „Sustainability & Climate Change“

Teil der Aurora European University Alliance: Studierende erwerben nach Abschlus eines 10-ECTS-Kurses ein Micro-Credential mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimawandel. Dieses Zertifikat bestätigt fachliche Kompetenzen in Nachhaltigkeitsanalysen, realweltlichen Projekten und interdisziplinären Problemlösungen. ttps://aurora-universities.eu/first-aurora-micro-credential-sustainability-climate-change-awarded/

·  VUB – Micro-Credential Sustainability

An der Vrije Universiteit Brussel (VUB) wird ein Micro-Credential „Sustainability“ angeboten, das Nachhaltigkeitsökonomie, Entscheidungssysteme und interdisziplinäre Methoden zur Analyse nachhaltiger Systeme vermittelt. https://www.vub.be/en/studying-vub/all-study-programmes-vub/bachelors-and-masters-programmes-vub/micro-credential-sustainability

· SDG-Learn – Certificate Programme (UNITAR/UN-Partnerschaft)

Das beschriebene global angebotene Certificate Programme richtet sich primär an Hochschullehrende, Curriculumverantwortliche sowie institutionelle Akteur:innen (z. B. Programmleitungen, International Offices, Nachhaltigkeitsbeauftragte) und nicht an Studierende. Das Programm zielt auf die Weiterqualifizierung von Lehrenden im Sinne der Integration von SDG- und GCED-Kompetenzen in Studienprogramme und kombiniert Online-Workshops, Peer-Learning und praxisorientierte Curriculumentwicklung, um nachhaltige Internationalisierung strukturell in der Hochschullehre zu verankern (z. B. im Rahmen von SDG Learn-Angeboten). https://highereducation.unsdglearn.org/certificate-programme

·  Sustainability Literacy Tests (Sulitest)

Der “Sulitest” ist ein international entwickeltes, webbasiertes Assessmentinstrument zur Erfassung grundlegender Nachhaltigkeitskompetenzen von Studierenden aller Fachrichtungen, insbesondere in den Dimensionen Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft und globaler Verantwortung. Er dient sowohl der individuellen Zertifizierung von Nachhaltigkeitswissen als auch der institutionsübergreifenden Vergleichbarkeit und curricularen Weiterentwicklung im Sinne internationaler Bildungs- und Nachhaltigkeitsstandards. https://www.sulitest.org/

·  Swiss Global Competence Lab (SGCL)

Als eine transdisziplinäre Innovationsplattform an vier Schweizer Fachhochschulen stellt sie Forschung, Entwicklung und Dienstleistungen im Bereich der Internationalisierung der Hochschulbildung bereit. [13]https://www.zhaw.ch/en/linguistics/business-services/swiss-global-competence-lab

Developing the Framework for a Sustainable Swiss Global Competence Certificate: [14]https://www.zhaw.ch/en/research/project/73760

Weitere Hinweise folgen



Internationalisierung der Studentenschaft sowie Förderung und Verbreitung von Wissen über Nachhaltigkeit
Handlungsempfehlungen

Die Förderung der internationalen Studierende als Inputgeber:innen für nachhaltigkeitsorientierte Themen ist ein geeigneter und wirksamer Weg, um die Lehr- und Lernumgebung für BNE im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung voranzutreiben. Als ein weiteres Ziel bietet sich die Erhöhung des Anteils und bessere Integration internationaler Studierender im Sinne des Triple Win. Ebenfalls sinnvoll erscheint uns die Erhöhung der Internationalisierungserfahrung einheimischer Studierenden durch internationale Mobilität mit Fokus auf nachhaltigkeitsorientierte Themen. Die Erhöhung der Internationalisierungserfahrung einheimischer Studierenden at home kann eine Auflösung von Zielkonflikten zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und dem Erwerb von interkulturellen und sozialen Kompetenzen unterstützen. Nicht zuletzt trägt die Einbindung in Kooperationen und in der Lehr- und Lernumgebung für BNE aus dem globalen Ostens und Südens der dringend notwendigen Völkerverständigung und Friedensbemühungen bei.

Ziel 1

Förderung internationaler Studierender als Inputgeber für nachhaltigkeitsorientierte Themen

Internationale Studierende bringen umfangreiche fachliche und interkulturelle Kompetenzen an die deutsche Hochschullandschaft. Durch die Förderung internationaler Studierender als Inputgeber für nachhaltigkeitsorientierte Themen können ihre vielfältigen Perspektiven und Erfahrungen aus unterschiedlichen regionalen Kontexten genutzt werden, um innovative Lösungsansätze für globale Herausforderungen zu entwickeln, die kulturelle und soziale Vielfalt berücksichtigen. Da jedoch die Internationalisierung der Studierendenschaft nicht nur Chancen sondern auch Risiken birgt, werden folgende Maßnahmen zur Erhöhung der Nutzung des Potentials und der Akzeptanz vorgeschlagen:

Maßnahmen

  • Einbindung der Stadt (Verwaltung und Bürger) zur Erhöhung der Akzeptanz (z.B. Tag der Offenen Tür, Lange Nacht der Technik, Bürgerakademie etc.)
  • Einbindung der ausländischen Studierenden als Inputgeber durch spezifische Erfahrungen und Wissen (Entwicklung von Case Studies, didaktischen Methoden, Reflektion der Anwendbarkeit existierender Modelle un Lehrwerke, z.B. aus dem angelsächsischen Raum) *
  • Lern-Tandem zwischen Verwaltungsmitarbeiter:innen und internationalen Studierenden zu Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit an Hochschulen fördern

Ziel 2

Erhöhung des Anteils und bessere Integration internationaler Studierender im Sinne des Triple Win

Die Erhöhung des Anteils und die bessere Integration internationaler Studierender im Sinne des Triple-Win-Ansatzes schafft Vorteile für alle Akteure: für die Studierenden selbst, die aufnehmenden Hochschulen und die Herkunfts- sowie Zielländer. Internationale Studierende bereichern den akademischen und kulturellen Austausch und tragen zur Fachkräftesicherung bei, während sie zugleich wertvolle Qualifikationen erwerben. Eine gelungene Integration fördert langfristige Kooperationen und stärkt gegenseitiges Verständnis sowie nachhaltige Entwicklung.

Die Erreichung dieses Ziels umfasst mehrere Strategien. Dabei steht zunächst die Gewinnung internationaler Studierender im Vordergrund. Handelt es sich um einen temporären Austausch, sollte auf eine Übereinstimmung in der Ausrichtung der Hochschulen zum Thema Nachhaltigkeit geachtet werden. Darüber hinaus wird eine Öffnung der deutschen Hochschullehre und -verwaltung für internationale Sprachen vorgeschlagen wie auch eine effektive Unterstützung internationaler Studierender bei der Integration. Die Erhöhung der Attraktivität sowohl des Standortes als auch der Hochschule ist dabei von essentieller Bedeutung. Die Erreichung der vorgeschlagenen Strategien kann durch folgende Maßnahmen unterstützt werden:

Maßnahmen

  • Temporärer Austausch von Studierenden und Hochschulmitarbeitern
    • gezielte Kooperationen mit internationalen Hochschulen (über Erasmus, DAAD und anderen Partnerschaften)
      • bessere Abstimmung von Hochschulschwerpunkten, um Studierendenerlebnis zu verbessern (Doppelabschlüsse, Anerkennung von Studienleistungen)
      • Kooperation mit IO, um Partnerschaften aufzubauen
  • Entwicklung und Einführung fremdsprachiger Studiengänge(z.B. Englisch, Spanisch)
    • Entwicklung des internationalen Curriculums mit Unterstützung der Fakultät
    • Sicherung der umfangreichen Unterstützung durch Verwaltung (Übersetzung der Webseiten, Dokumente, Career Service, Bibliothek etc.), erfordert Schulung der MA (z.B. Sprachkompetenzen)
  • Unterstützung bei der Integration von ausländischen Studierenden
    • Verwaltung: Etablierung einer Willkommenskultur durch Mentoring-Programme, Sprachkurse, Beratungsangebote, interkulturelle Kompetenz Überprüfung der Inhalte)
    • Lehre: gemeinsame extra-curriculare Workshops, interdisziplinäre Projekte zu Nachhaltigkeit etc.
    • Integration in den Arbeitsmarkt durch Career Service
  • Erhöhung der Attraktivität des Standortes und der Hochschule
    • Internationales Hochschulmarketing (in sozialen Medien)
    • Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule


Best Practice Beispiele

  • Fachhochschule Münster
    • Academic Scorecard als Instrument eines erfolgreichen Qualitätsmanagements bei der Internationalisierung- mit möglicher Erweiterung um Nachhaltigkeit
  • FH Münster
    • Das FHiT Project (Förderung Internationaler Talente) der FH Münster organisiert u.a. eine Art interkultureller Kochkurs, wo internationale Studierende mit Unternehmen zusammengebracht werden. Beim Kochen geht es eigentlich um Teilen und Zusammenessen. Unser Ziel ist es, dass internationale Stuer mit niedrigschwelligen Maßnahmen mit Unternehmen im Münsterland in Kontakt treten. So lernen die Mitarbeiter:innen von Unternehmen die internationalen Talente persönlich kennen und wertschätzen.
  • Goethe-UniversitätFrankfurt:
    • Der International Office der Goethe-Uni-Frankfurt hat das Projekt Nachhaltigkeit im Kochtopf ins Leben gerufen. Das ist ein nachhaltiges Kochprojekt mit dem Ziel, die Integration von internationalen Studierenden vereinfachen + Input zum veganen Kochen. Die Koch-Treffen finden einmal im Monat statt und sind immer offen für alle Studierende.
  • Hochschule Furtwangen
    • Praktikumsvermittlung für ausländische Studierende mit Fokus auf Nachhaltigkeit
    • Vermittlung in ehrenamtliche Tätigkeiten zum Thema Nachhaltigkeit (Naturschutz und soziale Dienste)
  • Leuphana Universität Lüneburg
    • The Global Classroom: Forschendes Lernen im transkulturellen Kontext
  • Westsächsische Hochschule Zwickau
    • Englischsprachiger interdisziplinärer Studiengang „Green Engineering and Sustainable Management“
    • Uni Passau: All You Can Do Volunteer Program: https://www.uni-passau.de/en/campuslife/all-you-can-do-aycd/what-is-all-you-can-do
  • Otto von Guericke Universität Magdeburg
    • Grüner Salon: Der Grüne Salon ist ein interdisziplinärer Kreis von Nachwuchs-Wissenschaftler*innen der OVGU, der einlädt, sich auszutauschen und gemeinsam Impulse für Nachhaltigkeit zu setzen. Anteil ausländischer Studierende WS 2023/2024 (Statista.com)
  • RWTH Aachen: 32%
  • TU Marburg: 20%
  • TU Heidelberg: 19%

Ziel 3

Erhöhung der Internationalisierungserfahrung einheimischer Studierenden durch internationale Mobilität mit Fokus auf nachhaltigkeitsorientierte Themen

Die Erhöhung der Internationalisierungserfahrung einheimischer Studierender durch internationale Mobilität fördert sowohl interkulturelle Kompetenzen als auch ein vertieftes Verständnis globaler Herausforderungen wie Klimawandel oder soziale Gerechtigkeit. Aufenthalte im Ausland ermöglichen es, unterschiedliche Lösungsansätze kennenzulernen und nachhaltige Praktiken im internationalen Kontext zu erleben. Dadurch werden Studierende befähigt, verantwortungsvoll und global vernetzt an einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken. Die Entsendung durch etablierte Organisationen und die gezielte Kooperation in internationalen Nachhaltigkeitsnetzwerken sind sinnvolle Strategien, um dieses Ziel zu erreichen. Die gezielte Vermittlung internationaler Praktika kann zudem die akademische Erfahrung durch wichtige Praxiserfahrung gewinnbringend ergänzen.

Strategien und Maßnahmen

  • Engere Kooperation mit internationalen Nachhaltigkeitsnetzwerken bei der Planung von Kooperationen und Austauschen
    • International Sustainable Campus Network (ISCN)
    • Higher Education Sustainability Initiative (HESI)
    • Association for the Advancement of Sustainability in Higher Education (AASHE)
    • European School of Sustainability Science and Research (ESSSR)
  • Temporärer Austausch von Studierenden
    • gezielte Kooperationen mit internationalen Hochschulen (über Erasmus, DAAD und anderen Partnerschaften)
      • bessere Abstimmung von Hochschulschwerpunkten, um Studierendenerlebnis zu verbessern (Doppelabschlüsse, Anerkennung von Studienleistungen)
      • Kooperation mit IO, um Partnerschaften aufzubauen
  • Unterstützung bei der Vermittlung internationaler Praktika


Best Practice Beispiele

  • TUM, LMU München, Uni Heidelberg mit sehr umfangreichen Partnerschaften


Ziel 4

Erhöhung der Internationalisierungserfahrung einheimischer Studierenden at home.

Die Erhöhung der Internationalisierungserfahrung „at home“ ermöglicht es einheimischen Studierenden, interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln, ohne selbst ins Ausland gehen zu müssen. Durch die Teilnahme an verifizierten interkulturellen Trainings sowie die Integration internationalen Lehrmaterials werden globale Perspektiven in den Studienalltag integriert. So werden Studierende besser auf eine vernetzte und international geprägte Zusammenarbeit für mehr Nachhaltigkeit vorbereitet. Folgende Maßnahmen können die Erreichung der Ziele unterstützen.


Maßnahmen

  • Interkulturelle Trainings unterstützen
    • Trainings (evtl. mit Zertifikaten)
    • Internationale Projekte oder gemischte Lerngruppen
    • Tandem (Sprach- und Kulturaustausch zwischen den Studierenden, koordiniert vom IO)
    • Internationale Campus-Events (Workshops, Länderabende)
  • Internationalisierungserfahrungen at home fördern
    • Integration internationaler Fallstudien, Literatur und Perspektiven in reguläre Kurse
    • Transnationale Projekte innerhalb von Modulen
    • extracurriculare Projekte mit einheimischen und internationalen Studierenden (zum Thema Nachhaltigkeit)
    • Einsatz von Gastdozierenden aus dem Ausland (auch virtuell)
    • Förderung der Mehrsprachigkeit in Modulen
    • Förderung von World Englishes oder Unterstützung für Lehrende für Englisch als Lingua Franca


Good Practice Beispiele

  • TU Berlin: Internationalization@Home
    • interkulturelle Basisqualifizierung aller Studierenden
    • "Interkulturelles Buddy-Modul"
  • Berliner Hochschulverbund
    • Virtuelle internationale Lehrprojekte (BeCOIL Collaborative Online International Learning)
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
    • Internationalisation at Home – Ökosystem (Buddy-Programme und studentische Initiativen, interkulturelle Events (AStA, Hochschulgemeinden etc.), kulturelle Aktivitäten und Exkursionen)

Ziel 5

Völkerverständigung durch Hochschulen (Einbindung des globalen Ostens und Südens)

Hochschulen spielen eine zentrale Rolle für die Völkerverständigung. Besonders wichtig ist dabei die stärkere Einbindung von Ländern des globalen Ostens und Südens, um vielfältige Perspektiven sichtbar zu machen und politisch bedingte Ausgrenzungen zu überwinden. Durch faire Kooperationen und gezielte Austauschprogramme können Hochschulen zu mehr globaler Gerechtigkeit und gegenseitigem Verständnis beitragen.

Maßnahmen

  • finanzielle Abhängigkeit vs. Freiheit in Forschung und Lehre
  • Umgang mit politischen Einflüssen auf internationale Kooperationen (z.B. Forschungsprojekte und Gastvorträge)



Fazit und Ausblick

Eine nachhaltige Internationalisierung an Hochschulen ist nicht nur möglich, sondern auch notwendig. Trotz bestehender Zielkonflikte können durch transparente Governance, klare Kommunikation und innovative Lösungsansätze Synergien geschaffen werden. Zukünftige Entwicklungen sollten die Diversifizierung globaler Partnerschaften, den Ausbau digitaler Formate und die Verankerung von Nachhaltigkeitszielen in alle Bereiche der Hochschulpolitik fördern.


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