TrafoSax – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Hochschullehre

TrafoSax ist ein sächsisches Verbundprojekt zur Stärkung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Hochschullehre. Ziel des Projekts ist es, Lehrende bei der Entwicklung, Umsetzung und Weiterentwicklung von BNE-Lehrformaten zu unterstützen und bestehende Aktivitäten sichtbar zu machen. Dazu vernetzt TrafoSax AkteurInnen aus verschiedenen Hochschulen, bündelt Good-Practice-Beispiele, begleitet Forschung zur Hochschullehre und arbeitet an strukturellen Rahmenbedingungen wie Zertifikatsangeboten. Im Fokus steht die nachhaltige Verankerung von BNE in Studium und Lehre an sächsischen Hochschulen.

Hub-Moderator:innen

  • Cornelia Grunert – TrafoSax
  • Kathrin Franke – Hochschuldidaktik Sachsen
  • Kilian Peisker – Hochschuldidaktik Sachsen

Hochschuldidaktik Sachsen (HDS)

  • Gemeinsame zentrale Einrichtung sächsischer Hochschulen.
  • Beteiligung von 15 Partnerhochschulen und 2 assoziierten Partnereinrichtungen.
  • Angebot hochschuldidaktischer Weiterbildungs- und Beratungsformate für Lehrende.
  • Durchführung von Zertifikatsprogrammen im Bereich Hochschullehre.
  • Herausgabe des Journals „Perspektiven auf Lehre. Journal for Higher Education and Academic Development“.

Projekt TrafoSax

  • Von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre (StiL) gefördertes sächsisches Verbundprojekt.
    • Unterstützung von Lehrenden bei der Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung.
    • Aufbau eines BNE-Zertifikats an sächsischen Verbundhochschulen.
    • Sichtbarmachung von Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung an Hochschulen.

Publikation und Zielsetzung

  • Sichtbarmachung von Good Practice Beispielen aus der Hochschullehre.
  • Möglichkeit zur Vorstellung und Diskussion aktueller Forschungsarbeiten (Zusammenarbeit mit über 53 AutorInnen).
  • Alle Beiträge haben ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen.
  • Abdeckung aller drei Rubriken des Journals:
    • Lehrpraxis mit praxisnahen Good Practice Beispielen aus der Hochschullehre.
    • Praxisforschung mit Beiträgen aus dem Scholarship of Teaching and Learning.
    • Perspektiven mit Übersichtsartikeln zur Implementierung von BNE in der Hochschullehre.

Vortrag: Together for a Sustainable, Climate-Resilient, and Liveable Green Campus – Education for Sustainable Development at the Hochschule Bonn-Rhein-Sieg - A case study

  • Referierende: Berenice Fischer und Prof. Dr. Wiltrud Terlau.

Ausgangspunkt und Zielsetzung

  • Nutzung des Campus als realer Lernraum für Nachhaltigkeit.
  • Vermittlung von Nachhaltigkeit nicht abstrakt, sondern anhand konkreter campusbezogener Fragestellungen.
  • Verständnis von Nachhaltigkeit als institutioneller Aushandlungsprozess.

Didaktischer Rahmen

  • Interdisziplinärer Kurs im dritten Semester.
  • Rahmen: Orientierung an den Sustainable Development Goals und am Thema Klimaanpassung.
  • Einbettung in die Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Sankt Augustin.
  • Einsatz von Problem-Based Learning und Citizen-Science-Ansätzen.

Umsetzung

  • Arbeit in studentischen Gruppenprojekten und Einbindung externer Stakeholder in den Arbeitsprozess.
  • Nutzung digitaler Anwendungen wie Dreckspotz, KlimNet und Hush City.
  • Durchführung von Messungen mit Thermo-Hygrometern und Dezibelmessungen.
  • Durchführung von Interviews und Umfragen sowie Präsentation der Ergebnisse.
  • Entwicklung von Vorschlägen zu Abfallmanagementsystemen, Begrünung und Beschattung sowie Ruhezonen.
  • Kompetenzaufbau von der Problemerkennung über Datenerhebung bis zur Entwicklung von Lösungsvorschlägen.

Lernerfahrungen

  • Studierende identifizieren eigenständig campusbezogene Nachhaltigkeitsprobleme, die Arbeit in Kleingruppen mit Stakeholdern fördert kooperative Kompetenzen.
  • Autonomes Arbeiten wird durch Austauschformate und Sprechstunden begleitet.
  • Studentische Vorschläge waren inhaltlich fundiert, Vorschläge wurden nicht unmittelbar umgesetzt (Gründe liegen in komplexen Verwaltungs- und Gremienprozessen).
  • Einzelne Ideen wurden aber in hochschulische Prozesse aufgenommen und weiterverfolgt.

Vortrag: Gestaltung von Lernprozessen zu einem integrativen und kritischen Verständnis von nachhaltiger Entwicklung (Erkenntnisse aus einem inter- und transdisziplinären Lehrexperiment zur Verknüpfung von Diversität und Nachhaltigkeit

  • Beteiligte: Julia Wiethüchter, Fynn Schmidt, Rebecca Froese, Luise Werland, Lilli Möller.

Leitende Frage

  • Wie können Lehrformate einen Bewusstseinszuwachs für inter- und transdisziplinäre Perspektiven auf Nachhaltigkeit sowie die Rolle von Diversität in diesem Kontext anregen?

Aufbau des Lehrformats

  • Phase 1: Digging zur Reflexion von Vorwissen und eigener Position in der sozial-ökologischen Transformation.
  • Phase 2: Sähen mit fünf Sessions mit Input aus jeweils zwei unterschiedlichen Disziplinen (Fokus auf Diversität und Nachhaltigkeit).
  • Phase 3: Harvesting zur kreativen Reflexion des Gelernten.

Lessons Learned

  • Aussagen der Studierenden zeigen einen Kompetenzzuwachs im Bereich nachhaltiger Entwicklung.
  • Reflexionsbögen und Hausarbeiten machen Kompetenzentwicklungen sichtbar.
  • Inter- und transdisziplinäre Formate erfordern eine besondere pädagogische Grundhaltung.
  • Zeitliche und motivationale Ressourcen bei Lehrenden und Studierenden sind erforderlich.

Rückfragen aus der Diskussion

  • Frage: Was waren die Zielgruppen und wie hat es mit der interdisziplinarität funktioniert?
    • Zielgruppe waren Studierende verschiedener Disziplinen. Aber die Verortung im Bereich Politikwissenschaft führte zu einem Schwerpunkt auf geisteswissenschaftlichen Studiengängen. Die administrative Umsetzung interdisziplinärer Lehre stellte eine Herausforderung dar.
  • Frage: Wie war die Gegenreaktion auf den Abbau der Hierachiestufen?
    • Abbau von Hierarchien wurde von Studierenden angenommen. Irritationen und Überforderung traten punktuell auf und wurden reflektiert.

Vortrag: FuN – Fachdisziplin und Nachhaltigkeit

  • Beteiligte: Veronika Thurner und Georg Zollner.
  • Durchführung an der Hochschule München.

Leitfragen der Lehrveranstaltung

  • Reflexion der eigenen Fachdisziplin (was macht meine Disziplin aus?).
  • Analyse von Stärken und Schwächen der Disziplin sowie Identifikation disziplinärer blinder Flecken.
  • Beitrag der eigenen Disziplin zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen.
  • Integration verschiedener Disziplinen in einen ganzheitlichen Lösungsprozess.

Ablauf der Lehrveranstaltung

  • Erster halber Tag mit Ankommen, Kennenlernen, fachlicher Verortung und Nachhaltigkeitsverständnis.
  • Zweiter Tag mit disziplinärem Zugang zu Nachhaltigkeit, fachlichen und nachhaltigkeitsbezogenen Kompetenzen sowie Systemgrenzen.
  • Dritter halber Tag mit Rückblick und Reflexion persönlicher Werte.
  • Vierter Tag mit disziplinären Werten, Entwicklung von Zukunftsbildern und Handlungsorientierung.

Übergreifende Inhalte der gesamten Lehrveranstaltung

  • Fachliches Nachhaltigkeitsverständnis.
  • Disziplinärer Zugang zu Nachhaltigkeit.
  • Kompetenzen für Nachhaltigkeit.
  • Persönliche Werte.
  • Disziplinäre Werte.

Lehr- und Lernmethoden

  • Bewusster Umgang mit Heterogenität und Homogenität:
    • Gezielte Homogenisierung zur Schaffung gemeinsamer Ausgangspunkte.
    • Gezielte Heterogenisierung zur Förderung von Perspektivenwechseln.
  • Visualisierung disziplinärer Unterschiede und Systemgrenzen.
  • Reflexion dessen, was innerhalb und außerhalb des fachlichen Blicks liegt.
  • Kurze Einzel- und Gruppendiskussionen mit anschließender Plenumsphase.
  • Ziel ist Bewusstseinsbildung, nicht Bewertung.

Kompetenzentwicklung

  • Wahrnehmung eines deutlichen Kompetenzzuwachses bei Studierenden (Rückmeldungen auch von Lehrenden).
  • Kompetenzzuwächse basieren auf Selbsteinschätzungen (Vergleich von Ausgangs- und Zielpunkten ermöglicht Reflexion, keine formale Kompetenzmessung).

Vortrag: Bildung für nachhaltige Entwicklung Entwicklung einer BNE-Toolbox – Reflexion zur Entwicklung einer Toolbox zur Transformation von Lehre und Studium

  • Beteiligte: Stefanie Preiml, Andrea Bernhard, Elfriede Neuhold und Franz Rauch.
  • Vortrag mit Fokus auf institutionelle Lern- und Transformationsprozesse im Kontext der Lehrkräftebildung an Hochschulen.

Kontext und Ziele

  • Kontext: Projekt UniNETZ (Entwicklung von SDG-bezogenen Handlungsoptionen und Aufbau einer hochschulübergreifenden Arbeitsgruppe)
  • Ziel war die Umsetzung eines Studium Generale an österreichischen Universitäten.
  • Transformationsprozesse sind komplex, der Mehrwert wird als hoch eingeschätzt.
  • Entwicklung einer Toolbox für unterschiedliche Stakeholdergruppen.

Weitere Informationen

  • Toolbox-Website: https://bne-toolbox.aau.at/.
  • Materialien sind verfügbar. Es gibt ein Angebot für Co-Working-Sessions.
  • Bei Interesse gerne melden! Kontakt: bne-toolbox@aau.at.

Vortrag: "Not everything can be taught." Learning through a whole institution ESD Process in University Teacher Education

Beteiligte: Rachel Bowden und Maria Kondratjuk

Erkenntnisse aus Fokusgruppen

  • Bedarf, Nachhaltigkeit und BNE getrennt und gemeinsam zu definieren.
  • Zunehmende Komplexität im Diskussionsverlauf.
  • Emotionale Herausforderungen im Umgang mit Komplexität.
  • Bedarf an konkreten und praxisnahen Maßnahmen.
  • Kritische Überprüfung bestehender Politiken und Praktiken.

Was gelernt wurde

  • Instrumentelle und emanzipatorische BNE-Ansätze sind gleichermaßen relevant.
  • Nicht alle Aspekte von Nachhaltigkeit sollten vorgegeben werden.
  • Reflexion kann selbst eine Form von BNE sein.
  • Schwierige Auseinandersetzungen sind für Umsetzung notwendig.
  • Hoher Zeit-, Ressourcen- und Unterstützungsbedarf.
  • Umgang mit Unsicherheiten und moralischen Spannungen ist zentral.
  • Dokumentation und Kommunikation von Maßnahmen sind erforderlich.
  • Organisation und Umsetzung benötigen strukturelle Unterstützung.

Vortrag: Zwischen Vorgaben und Autonomie

  • Titel: Zwischen Vorgaben und Autonomie – Hürden bei der Implementierung von BNE in der Hochschullehre aus MultiplikatorInnensicht.
  • Referierende: Johanna Weselek, Teresa Ruckelshauß und Alexander Siegmund.
  • Durchführung von zehn leitfadengestützten Interviews.
  • Heterogene Auswahl der InterviewpartnerInnen.
  • Rekonstruktive Analyse mit dokumentarischer Methode.

Zentrale Ergebnisse

  • MultiplikatorInnen möchten für BNE begeistern, ohne zu missionieren.
  • Wunsch nach klaren Vorgaben bei gleichzeitiger Betonung von Autonomie.
  • Partizipation auf verschiedenen Ebenen wird befürwortet.
  • Wissensbasierte Argumentation und persönliche Werte sind zentrale Antriebe.
  • Offenlegung der eigenen Standortgebundenheit wird als notwendig gesehen.
  • Kommunikation von Nachhaltigkeitsstrategien ist relevant.

Diskussion

  • Widersprüche werden transparent gemacht.
  • Widersprüche sollen in der weiteren Arbeit reflektiert werden.
  • Keine abschließende Lösung, sondern fortlaufender Lernprozess.

Abschluss und Ausblick

  • Bedarf an strategisch vernetzten Green Offices.
  • Notwendigkeit personeller und finanzieller Absicherung.
  • Wahrnehmung, mit Herausforderungen nicht allein zu sein.
  • Anregung zur kritischen Reflexion der eigenen Fachdisziplin.
  • Weiteres Arbeiten durch Vernetzung, Schulterschluss und gemeinsame Lobbyarbeit.
  • Nutzung von Handlungsspielräumen auch unter unvollständigen Rahmenbedingungen.

Weiterführende Hinweise

Weitere Informationen

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