Blaupause "Grüner Teller klimabewusst mensen": Unterschied zwischen den Versionen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung Markierung: Quelltext-Bearbeitung 2017 |
||
| (20 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Best Practice | {{Best Practice | ||
|hfeld=Forschung, Transfer, Betrieb | |beschr=Die Hochschule Magdeburg-Stendal hat im Rahmen des KlimaPlanReal Klima-Kennzeichnungen für Mensa-Gerichte eingeführt.Gemeinsam mit der Hochschule Harz, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Studentenwerk Magdeburg wurden angebotene Gerichte des Studentenwerks mit Klimakennzeichen (Klima- und Wasserscore) versehen und auf digitalen Speiseplänen, Monitoren und der Website des Studentenwerks veröffentlicht. | ||
|hfeld=Forschung, Transfer, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Betrieb, Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Vernetzung | |||
|thema=Nachhaltigkeit, Klimaneutralität, Betrieb | |thema=Nachhaltigkeit, Klimaneutralität, Betrieb | ||
|keyw=Ernährung | |keyw=Ernährung | ||
|zielgr=Forschende, Lehrende, Studierende, Verwaltungsmitarbeitende, Hochschulleitung, Forschungsmanagement, Interessierte Öffentlichkeit, Nachhaltigkeitsbeauftragte(r), Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) | |zielgr=Forschende, Lehrende, Studierende, Verwaltungsmitarbeitende, Hochschulleitung, Forschungsmanagement, Interessierte Öffentlichkeit, ProfessorIn, Dozent(in), Dekan(in), Nachhaltigkeitsbeauftragte(r), Forschungsförderer, Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) | ||
|richt=BottomUp | |richt=BottomUp | ||
|hochsch=Hochschule Magdeburg-Stendal | |hochsch=Hochschule Magdeburg-Stendal | ||
|org=KlimaPlanReal | |org=KlimaPlanReal | ||
|adresse=Breitscheidstr. 2 39114 Magdeburg | |adresse=Breitscheidstr. 2 39114 Magdeburg | ||
|url=https://www.h2.de | |url=https://www.h2.de/hochschule/portrait/nachhaltigkeit-und-klimaschutz/verbundprojekt-klimaplanreal-intensified.html | ||
|projekt=Transformationspfade (traNHSform) | |||
|hubs=DG-Hub - Klimaneutralität und Hochschulen | |||
}} | |||
[[Category: | == Mehr Transparenz in der Hochschulmensa: Wie lässt sich das umsetzen? == | ||
[[Category:Projekt]] | |||
[[Datei:StuwerkMD Grüner Teller.jpg|zentriert|754x754px|rahmenlos]] | [[Datei:StuwerkMD Grüner Teller.jpg|zentriert|754x754px|rahmenlos]] | ||
Die Kennzeichnungen basieren auf der Bewertung von [https://eaternity.org/ Eaternity]: Der Klimascore zeigt die Klimawirkung eines Gerichts in CO₂-Äquivalenten, der Wasserscore gibt den Wasserverbrauch bei der Herstellung an. Flankierende Kommunikationsmaßnahmen (Landingpage, Plakate, Social-Media-Posts, Aktionstage) informierten die Hochschulgemeinschaft. Zudem wurde eine Nutzer:innenbefragung durchgeführt, die Ergebnisse flossen in die Optimierung der externen Kommunikation ein und die Maßnahme wurde auf eine nachhaltige Verstetigung vorbereitet. | Im [[Good Practice Guide: Transferlabor|Transferlabor]] an der [https://www.h2.de/ Hochschule Magdeburg-Stendal (h²)] im Rahmen des Projekts [[KlimaPlanReal - Nachhaltige Transformationspfade zur Klimaneutralität mit Planungszellen und Reallaboren|KlimaPlanReal]] wurden im Handlungsfeld „Nachhaltige Ernährung und Beschaffung“ Klima-Kennzeichnungen für Mensa-Gerichte eingeführt. Gemeinsam mit der Hochschule Harz ([https://www.hs-harz.de/ HSH]), der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ([https://www.ovgu.de/ OVGU]) und dem [https://www.studentenwerk-magdeburg.de/ Studentenwerk Magdeburg] wurden angebotenen Gerichte des Studentenwerks mit Klimakennzeichen (Klima- und Wasserscore) versehen und auf digitalen Speiseplänen, Monitoren und der Website des Studentenwerks veröffentlicht. | ||
Die Kennzeichnungen basieren auf der Bewertung von [https://eaternity.org/ Eaternity]: Der Klimascore zeigt die Klimawirkung eines Gerichts in CO₂-Äquivalenten inkl. einen Sättigungsindex, der Wasserscore gibt den Wasserverbrauch bei der Herstellung an. Flankierende Kommunikationsmaßnahmen (Landingpage, Plakate, Social-Media-Posts, Aktionstage) informierten die Hochschulgemeinschaft. Zudem wurde eine Nutzer:innenbefragung durchgeführt, die Ergebnisse flossen in die Optimierung der externen Kommunikation ein und die Maßnahme wurde auf eine nachhaltige Verstetigung vorbereitet. | |||
Das Ziel war es, die Nachfrage nach klimafreundlichen Gerichten messbar zu erhöhen, das Bewusstsein für Klima- und Umweltwirkungen von Ernährung zu stärken und langfristig die CO₂-Emissionen der Hochschulverpflegung zu senken. | Das Ziel war es, die Nachfrage nach klimafreundlichen Gerichten messbar zu erhöhen, das Bewusstsein für Klima- und Umweltwirkungen von Ernährung zu stärken und langfristig die CO₂-Emissionen der Hochschulverpflegung zu senken. | ||
[[Datei:Klimakennzeichen.png|zentriert|rahmenlos|748x748px]] | [[Datei:Klimakennzeichen.png|zentriert|rahmenlos|748x748px]] | ||
=== | === Checkliste: Leitfragen zur Umsetzbarkeit === | ||
----<gallery mode="nolines" showfilename="yes"> | ---- | ||
[[Datei:JEMA GER 1722-07.jpg|links|150x150px]] | |||
<gallery mode="nolines" showfilename="yes"> | |||
Datei:Grüner Teller - Blaupause.pdf | Datei:Grüner Teller - Blaupause.pdf | ||
</gallery> | </gallery> | ||
---- | ---- | ||
Zur Bewertung von Wirkung und Risiko wurde vorab eine SWOT Analyse durchgeführt.[[Datei:SWOT Grüner Teller.png|zentriert|rahmenlos|631x631px]] | === Was spricht dafür – was dagegen? === | ||
Zur Bewertung von Wirkung und Risiko wurde vorab eine SWOT Analyse durchgeführt.[[Datei:SWOT Grüner Teller.png|zentriert|rahmenlos|631x631px|[[Datei:JEMA GER 1722-07.jpg|mini]]]] | |||
==Ablauf der Maßnahme== | ==Ablauf der Maßnahme== | ||
| Zeile 62: | Zeile 67: | ||
</li> | </li> | ||
</ul> | </ul> | ||
<gallery mode="slideshow"> | <gallery mode="slideshow" caption="Bilder von h2 Veranstaltung - Fotograf: Matthias Piekacz"> | ||
Datei:Veranstaltungsbild Grüner Teller.jpg | Datei:Veranstaltungsbild Grüner Teller.jpg | ||
Datei:Standbild Grüner Teller.jpg | Datei:Standbild Grüner Teller.jpg | ||
| Zeile 73: | Zeile 78: | ||
==Umsetzung== | ==Umsetzung== | ||
{| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | ||
! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" | | ! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" |==== Ist-Zustand (vor Projektbeginn) ==== | ||
|- | |- | ||
| style="padding:15px; background:#fff;" | | | style="padding:15px; background:#fff;" | | ||
| Zeile 80: | Zeile 85: | ||
{| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | ||
! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" | | ! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" |==== Akteursanalyse ==== | ||
|- | |- | ||
| style="padding:15px; background:#fff;" | | | style="padding:15px; background:#fff;" | | ||
Im Rahmen des Projektes wurde zu Beginn eine Akteursanalyse an allen Verbundhochschulen durchgeführt. Dadurch konnten zentrale Akteur:innen identifiziert und kontaktiert werden. In Abbildung 1 werden die für das Transferlabor relevanten Gruppen und Verknüpfungen dargestellt. Die Akquise der Mitglieder für das Transformationsteam erfolgte überwiegend durch direkte Ansprache. Das Team setzte sich aus aktiven Mitgliedern sowie einem Expert:innenbeirat, der bei Bedarf hinzugezogen werden konnte, zusammen. Damit sollte vor allem die Expertise von Statusgruppen wie den Professor:innen einbezogen werden, die jedoch nicht regelmäßig an den Trafotreffen teilnehmen konnten und keine Kapazität für eine aktives Mitwirken hatten. Die aktiven Mitglieder vertraten unterschiedliche Organisations- und Struktureinheiten der Hochschule(n) sowie des Studentenwerks und brachten vielfältige fachliche Perspektiven ein. Sie trafen sich mindestens einmal monatlich im hybriden Plenum sowie zusätzlich in bilateralen Abstimmungen mit der Projektkoordination der h2. Ihre Aufgabe bestand darin, den Projektverlauf kontinuierlich zu begleiten, Maßnahmen operativ umzusetzen und den Wissenstransfer innerhalb der Hochschulen sowie zwischen Hochschule und Studentenwerk sicherzustellen. Das Studentenwerk zeigte frühzeitig Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung, als erkennbar wurde, dass das Projektteam personelle und finanzielle Ressourcen bereitstellte und die Umsetzung unterstützte. Ergänzend wurden Mitglieder ausgewählt, die ein intrinsisches Interesse an der Maßnahme hatten, um Engagement und Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit sicherzustellen. | Im Rahmen des Projektes wurde zu Beginn eine Akteursanalyse an allen Verbundhochschulen durchgeführt. Dadurch konnten zentrale Akteur:innen identifiziert und kontaktiert werden. In Abbildung 1 werden die für das Transferlabor relevanten Gruppen und Verknüpfungen dargestellt. Die Akquise der Mitglieder für das Transformationsteam erfolgte überwiegend durch direkte Ansprache. Das Team setzte sich aus aktiven Mitgliedern sowie einem Expert:innenbeirat, der bei Bedarf hinzugezogen werden konnte, zusammen. Damit sollte vor allem die Expertise von Statusgruppen wie den Professor:innen einbezogen werden, die jedoch nicht regelmäßig an den Trafotreffen teilnehmen konnten und keine Kapazität für eine aktives Mitwirken hatten. Die aktiven Mitglieder vertraten unterschiedliche Organisations- und Struktureinheiten der Hochschule(n) sowie des Studentenwerks und brachten vielfältige fachliche Perspektiven ein. Sie trafen sich mindestens einmal monatlich im hybriden Plenum sowie zusätzlich in bilateralen Abstimmungen mit der Projektkoordination der h2. Ihre Aufgabe bestand darin, den Projektverlauf kontinuierlich zu begleiten, Maßnahmen operativ umzusetzen und den Wissenstransfer innerhalb der Hochschulen sowie zwischen Hochschule und Studentenwerk sicherzustellen. Das Studentenwerk zeigte frühzeitig Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung, als erkennbar wurde, dass das Projektteam personelle und finanzielle Ressourcen bereitstellte und die Umsetzung unterstützte. Ergänzend wurden Mitglieder ausgewählt, die ein intrinsisches Interesse an der Maßnahme hatten, um Engagement und Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit sicherzustellen. | ||
===== '''Aktive Mitglieder''' ===== | |||
''' | |||
# '''Hochschulmitarbeitende (Hochschule Magdeburg-Stendal)''' | # '''Hochschulmitarbeitende (Hochschule Magdeburg-Stendal)''' | ||
## Mitarbeiterin aus dem strategischen Schnittstellenmanagement im Prorektorat Studium, Lehre und Internationales – fungierte als direkte Verbindung zur Hochschulleitung. | ## Mitarbeiterin aus dem strategischen Schnittstellenmanagement im Prorektorat Studium, Lehre und Internationales – fungierte als direkte Verbindung zur Hochschulleitung. | ||
| Zeile 119: | Zeile 123: | ||
|} | |} | ||
==== Umsetzungsschritte ==== | |||
Die Arbeitsphasen waren wie in der folgenden Abbildung gestaltet und werden darunter genauer beschrieben.[[Datei:Umsetzungsschritte.jpg|zentriert|mini|560x560px]] | |||
{| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | ||
! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" | | ! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" |===== Projektphase 1 ===== | ||
|- | |- | ||
| style="padding:15px; background:#fff;" | | | style="padding:15px; background:#fff;" | | ||
| Zeile 167: | Zeile 165: | ||
{| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | {| class="mw-collapsible mw-collapsed wikitable" style="width:100%; margin-bottom: 5px;" | ||
! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" | | ! style="background:#eaecf0; text-align:left; padding:10px;" |===== Projektphase 2 ===== | ||
|- | |- | ||
| style="padding:15px; background:#fff;" | | | style="padding:15px; background:#fff;" | | ||
| Zeile 188: | Zeile 186: | ||
* 5 Monate '''nach Einführung''' der Kennzeichen, '''stieg der Verkauf''' von vegan/vegetarischen Gerichten auf <strong style="color: #27ae60;">55%</strong> bis <strong style="color: #27ae60;">65%.</strong></div></div> | * 5 Monate '''nach Einführung''' der Kennzeichen, '''stieg der Verkauf''' von vegan/vegetarischen Gerichten auf <strong style="color: #27ae60;">55%</strong> bis <strong style="color: #27ae60;">65%.</strong></div></div> | ||
|} | |} | ||
== Rahmenbedingungen == | == Rahmenbedingungen == | ||
| Zeile 203: | Zeile 200: | ||
|- | |- | ||
| style="vertical-align: top; padding: 10px;" | '''Standorte''' | | style="vertical-align: top; padding: 10px;" | '''Standorte''' | ||
| '''Hauptstandort für das Projekt:''' Hochschule Magdeburg-Stendal (h2) | | [[Datei:Herrenkrug Teller.jpg|mini|342x342px|Fotograf: Matthias Piekacz]]'''Hauptstandort für das Projekt:''' Hochschule Magdeburg-Stendal (h2) | ||
* zwei eigenständige Standorte (Magdeburg und Stendal) mit jeweils einer Mensa | * zwei eigenständige Standorte (Magdeburg und Stendal) mit jeweils einer Mensa | ||
'''Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU)''' | '''Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU)''' | ||
| Zeile 227: | Zeile 224: | ||
|Die Zustimmung des Studentenwerks sowie die aktive Kooperation war maßgebend für dir Umsetzung der Maßnahme. | |Die Zustimmung des Studentenwerks sowie die aktive Kooperation war maßgebend für dir Umsetzung der Maßnahme. | ||
|} | |} | ||
[[Datei:CO2 Quiz Grüner Teller.jpg|241x241px|links|mini|Fotograf: Matthias Piekacz]] | [[Datei:CO2 Quiz Grüner Teller.jpg|241x241px|links|mini|Fotograf: Matthias Piekacz|rand]] | ||
---- | ---- | ||
==== Dokumentation & Nacharbeiten ==== | ==== Dokumentation & Nacharbeiten ==== | ||
* Webseite der Hochschule Magdeburg-Stendal - Grüner Teller | * [https://www.h2.de/hochschule/portrait/nachhaltigkeit-und-klimaschutz/verbundprojekt-klimaplanreal-intensified/verbundprojekt-klimaplanreal.html Webseite] der Hochschule Magdeburg-Stendal - Grüner Teller | ||
* [https://www.studentenwerk-magdeburg.de/mensen-cafeterien/klimabewusst/ Landingpage] Studentenwerk zu den Kennzeichen | * [https://www.studentenwerk-magdeburg.de/mensen-cafeterien/klimabewusst/ Landingpage] Studentenwerk zu den Kennzeichen | ||
* Material des externen Kooperationspartners [https://eaternity.org/ Eaternity] zur Bewerbung der Kennzeichen | * Material des externen Kooperationspartners [https://eaternity.org/ Eaternity] zur Bewerbung der Kennzeichen | ||
---- | |||
== Übertragbarkeit - Handlungsempfehlungen == | == Übertragbarkeit - Handlungsempfehlungen == | ||
| Zeile 310: | Zeile 310: | ||
! Handlungsfeld !! Kernempfehlungen | ! Handlungsfeld !! Kernempfehlungen | ||
|- | |- | ||
| '''A. Kooperation''' || | | '''A. Kooperation und institutionelle Verankerung''' || | ||
* Frühzeitige, enge Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk als Schlüsselakteur. | * Frühzeitige, enge Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk als Schlüsselakteur. | ||
* Rückhalt und Legitimation durch Hochschulleitung sichern. | * Rückhalt und Legitimation durch Hochschulleitung sichern. | ||
* Übergabestrukturen und institutionelle Verankerung für Verstetigung schaffen. | * Übergabestrukturen und institutionelle Verankerung für Verstetigung schaffen. | ||
|- | |- | ||
| '''B. Rollen | | '''B. Rollen, Ressourcen und''' | ||
'''Zusammenarbeit im Transformationsteam''' | |||
| | |||
* Kleine, handlungsfähige Kernteams mit klarer Rollen- und Aufgabenverteilung bilden. | * Kleine, handlungsfähige Kernteams mit klarer Rollen- und Aufgabenverteilung bilden. | ||
* Frühzeitige Einbindung zentraler Schnittstellen (IT, Öffentlichkeitsarbeit, Küchenleitung). | * Frühzeitige Einbindung zentraler Schnittstellen (IT, Öffentlichkeitsarbeit, Küchenleitung). | ||
| Zeile 321: | Zeile 323: | ||
* Realistische Planung angesichts limitierter Ressourcen der Beteiligten. | * Realistische Planung angesichts limitierter Ressourcen der Beteiligten. | ||
|- | |- | ||
| '''C. Projektmanagement''' | | '''C. Projektmanagement und''' | ||
'''Kommunikation''' | |||
| | |||
* Agiles Projektmanagement mit flexibler Anpassung und regelmäßigen Reviews. | * Agiles Projektmanagement mit flexibler Anpassung und regelmäßigen Reviews. | ||
* Verlässliche Kommunikation durch zentrale Ablagesysteme und transparente Dokumentation. | * Verlässliche Kommunikation durch zentrale Ablagesysteme und transparente Dokumentation. | ||
|- | |- | ||
| '''D. Wirkung''' || | | '''D. Wirkung und Lernerfahrungen''' || | ||
* Fachliche Expertise von externen Expert:innen frühzeitig einbinden. | * Fachliche Expertise von externen Expert:innen frühzeitig einbinden. | ||
* Studierende als aktive Mitgestaltende und Multiplikator:innen einbeziehen. | * Studierende als aktive Mitgestaltende und Multiplikator:innen einbeziehen. | ||
| Zeile 337: | Zeile 341: | ||
* Landingpage, Printmedien | * Landingpage, Printmedien | ||
* Handout | * Handout | ||
[[Kategorie:Transformationspfade]] | |||
Aktuelle Version vom 12. Februar 2026, 12:16 Uhr
| Blaupause "Grüner Teller klimabewusst mensen" | |
|---|---|
| Die Hochschule Magdeburg-Stendal hat im Rahmen des KlimaPlanReal Klima-Kennzeichnungen für Mensa-Gerichte eingeführt.Gemeinsam mit der Hochschule Harz, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Studentenwerk Magdeburg wurden angebotene Gerichte des Studentenwerks mit Klimakennzeichen (Klima- und Wasserscore) versehen und auf digitalen Speiseplänen, Monitoren und der Website des Studentenwerks veröffentlicht. | |
| Handlungsfelder | |
Forschung, Transfer, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Betrieb, Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Vernetzung
| |
| Themenbezug | |
| Stichworte | |
Ernährung
| |
| Zielgruppe | |
Forschende, Lehrende, Studierende, Verwaltungsmitarbeitende, Hochschulleitung, Forschungsmanagement, Interessierte Öffentlichkeit, ProfessorIn, Dozent(in), Dekan(in), Nachhaltigkeitsbeauftragte(r), Forschungsförderer, Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in)
| |
| Richtung | |
| Hochschule | |
| Organisationseinheit | |
| Adresse | |
Breitscheidstr. 2 39114 Magdeburg
| |
| Website | |
| Projektbezug | |
Transformationspfade (traNHSform)
| |
| Verbindungen zu Hubs der DG HochN | |
Mehr Transparenz in der Hochschulmensa: Wie lässt sich das umsetzen?

Im Transferlabor an der Hochschule Magdeburg-Stendal (h²) im Rahmen des Projekts KlimaPlanReal wurden im Handlungsfeld „Nachhaltige Ernährung und Beschaffung“ Klima-Kennzeichnungen für Mensa-Gerichte eingeführt. Gemeinsam mit der Hochschule Harz (HSH), der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) und dem Studentenwerk Magdeburg wurden angebotenen Gerichte des Studentenwerks mit Klimakennzeichen (Klima- und Wasserscore) versehen und auf digitalen Speiseplänen, Monitoren und der Website des Studentenwerks veröffentlicht.
Die Kennzeichnungen basieren auf der Bewertung von Eaternity: Der Klimascore zeigt die Klimawirkung eines Gerichts in CO₂-Äquivalenten inkl. einen Sättigungsindex, der Wasserscore gibt den Wasserverbrauch bei der Herstellung an. Flankierende Kommunikationsmaßnahmen (Landingpage, Plakate, Social-Media-Posts, Aktionstage) informierten die Hochschulgemeinschaft. Zudem wurde eine Nutzer:innenbefragung durchgeführt, die Ergebnisse flossen in die Optimierung der externen Kommunikation ein und die Maßnahme wurde auf eine nachhaltige Verstetigung vorbereitet.
Das Ziel war es, die Nachfrage nach klimafreundlichen Gerichten messbar zu erhöhen, das Bewusstsein für Klima- und Umweltwirkungen von Ernährung zu stärken und langfristig die CO₂-Emissionen der Hochschulverpflegung zu senken.

Checkliste: Leitfragen zur Umsetzbarkeit

Was spricht dafür – was dagegen?
Zur Bewertung von Wirkung und Risiko wurde vorab eine SWOT Analyse durchgeführt.


Ablauf der Maßnahme
Das Transferlabor teilte sich in zwei Phasen auf. Hier sind die vom Transformationsteam vorab formulierten Ziele und eine Übersicht der Umsetzung dargestellt.
Phase 1 (03/2024 – 03/2025)
- Einführung einer CO₂-Kennzeichnung für mindestens 80 % der angebotenen Mensagerichte auf digitalen Informationsbildschirmen, der Menüseite des Studentenwerks sowie der Campus-App. ➔ Ziel erreicht
- Implementierung eines Gesundheitskennzeichens, um die gesundheitliche Bewertung der Speisen transparent zu machen. Aufgrund systemischer Grenzen konnte dieses Kennzeichen nicht umgesetzt werden; stattdessen wurde ein Kennzeichen zum Wasserfußabdruck zusätzlich zum CO₂-Kennzeichen eingeführt. ➔ Teilweise umgesetzt / Ziel nicht erreicht
- Förderung der Nachfrage nach nachhaltigeren Speisen durch transparente Kennzeichnung, mit dem Ziel einer messbaren Absatzsteigerung vegetarischer und veganer Angebote. Vor Beginn der Maßnahme waren etwas 40 % der verkauften Gerichte vegan oder vegetarisch. Im Laufe der ersten Phase stieg der Anteil auf 50 % und nach fünf Monaten Einführung der Kennzeichnung erhöhte sich der Anteil je nach Monat und Semesterzeit auf 55–65 %. ➔ Ziel erreicht
Phase 2 (04/2025 – 09/2025)
- Evaluation der eingeführten Kennzeichnungssysteme mit Hilfe einer Umfrage und dem Ziel, die Verständlichkeit, Akzeptanz und Wirkung der Kennzeichen zu prüfen und Optimierungen abzuleiten. ➔ Ziel erreicht
- Weiterentwicklung der Kennzeichnungssysteme, insbesondere Anpassung von Kommunikation und Informationsformaten, um die Nutzer:innenakzeptanz zu erhöhen. ➔ Ziel erreicht, siehe Landingpage des Studentenwerks
- Wirkungsmonitoring und Verstetigung, um den Anteil nachhaltiger gewählter Gerichte weiter zu steigern und die Maßnahme dauerhaft im Mensabetrieb zu etablieren. ➔ Ziel erreicht, siehe Phase 1
Umsetzung
| ==== Ist-Zustand (vor Projektbeginn) ==== |
|---|
|
Das Studentenwerk Magdeburg verfolgte bereits erste Ansätze zur Förderung einer klimagerechten Ernährung in seinen Einrichtungen. Die Analyse des Mensabetriebs zeigte, dass Potenziale in der gezielten Kommunikation klimagerechter Speisen, der transparenten Darstellung von Klima- und Gesundheitswirkungen sowie in der Nutzer:inneninformation insgesamt bestanden. Ein Vergleich mit anderen Studentenwerken deutete darauf hin, dass durch zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen die Sichtbarkeit und Akzeptanz klimafreundlicher Gerichte weiter gesteigert werden könnte. Zudem herrschte zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Zurückhaltung im Studentenwerk: Die Verantwortlichen äußerten die Sorge, durch eine stärkere pflanzliche Anpassung des Ernährungsangebots wirtschaftliche Einbußen zu riskieren. Das Studentenwerk hatte bereits vorab mit der Idee gespielt, Klimakennzeichen einzuführen, hatte dies jedoch aufgrund der finanziellen Aufwände und personellen Ressourcen zurückgestellt. Vor dem Start des Transferlabors fehlte ein klarer Überblick über Gewinne und Verluste bei vegetarischen und veganen Gerichten im Vergleich zu omnivoren Mahlzeiten. Eine interne Evaluation des Studentenwerks im Zeitraum von Januar bis März 2024 ergab, dass durchschnittlich 40 % der verkauften Gerichte vegan/vegetarischen Ursprungs waren. Dieser Wert bildete eine solide Grundlage für die weitere nachhaltige Transformation des Verpflegungsangebots. |
Umsetzungsschritte
Die Arbeitsphasen waren wie in der folgenden Abbildung gestaltet und werden darunter genauer beschrieben.

| ===== Projektphase 1 ===== | |
|---|---|
Wichtige Ergebnisse:
• Die CO₂- und Wasser-Kennzeichen wurden erfolgreich in allen digitalen Speiseplänen, auf Monitoranzeigen in den Mensen sowie auf der Website und in der Campus-App implementiert.
• Ein Monitoring-System wurde innerhalb des Studentenwerks etabliert, um die verkauften Mengen vegan/vegetarischer Gerichte zu erfassen und deren Einfluss auf Absatz, Umsatz und Gewinn des Studentenwerks nachzuvollziehen.
• Die erhobenen Daten bildeten die Grundlage für die Auswertung der Nachfrage nach klimafreundlichen Gerichten und die Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Mensabetrieb. Der Anteil vegan/vegetarischer Gerichte stieg von 40% (vor der Maßnahme) auf 50% (während der Maßnahme).
|
| ===== Projektphase 2 ===== | |
|---|---|
Wichtige Ergebnisse:
*Evaluation der Kennzeichen: Die Nutzer:innenbefragung zeigte, dass Layout und Gestaltung der Klima-und Wasserkennzeichen gut verständlich waren, während die Bewertungsskala teilweise unklar wahrgenommen wurde. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Erstellung ergänzender Informationsmaterialien und Anpassungen in der Kommunikation.
|
Rahmenbedingungen

Dokumentation & Nacharbeiten
- Webseite der Hochschule Magdeburg-Stendal - Grüner Teller
- Landingpage Studentenwerk zu den Kennzeichen
- Material des externen Kooperationspartners Eaternity zur Bewerbung der Kennzeichen
Übertragbarkeit - Handlungsempfehlungen
| A. Kooperation und institutionelle Verankerung [Ausklappen] |
|---|
|
| B. Rollen, Ressourcen und Zusammenarbeit im Trafoteam [Ausklappen] |
|---|
|
| C. Projektmanagement und Kommunikation [Ausklappen] |
|---|
|
| D. Wirkung und Lernerfahrungen [Ausklappen] |
|---|
|
Übersicht der Kernempfehlungen
| Handlungsfeld | Kernempfehlungen |
|---|---|
| A. Kooperation und institutionelle Verankerung |
|
| B. Rollen, Ressourcen und
Zusammenarbeit im Transformationsteam |
|
| C. Projektmanagement und
Kommunikation |
|
| D. Wirkung und Lernerfahrungen |
|
Hinweise zur Kommunikation
- Kommunikation mit Hochschulleitung, Studentenwerk und allen in Abbildung 1 genannten Akteur*innen
- Aktionstage und einzelne Informationsveranstaltungen
- Landingpage, Printmedien
- Handout

